Kann der Tod überwunden, der Mensch unsterblich werden? Erkenntnisse der natur- und lebenswissenschaftlichen Forschung seit der Moderne haben ein neues Bewusstsein für Sterblichkeit und Vergänglichkeit geschaffen sowie Ideen über die Verlängerung des Lebens und physische Unsterblichkeit auf den Prüfstand gestellt. Wegweisende Befunde und Entwürfe slawischer Autoren reihen sich nicht nur in zeitgenössische und aktuelle Diskussionen ein, sondern haben auch eigene Visionen und Technologien mit kulturspezifischer Signatur hervorgebracht. In den Entwicklungen experimenteller Disziplinen, etwa der medizinischen Kybernetik, Robotik und Quantenphysik, erkannten sie Möglichkeiten zur Entgrenzung des Lebens. Von Porfiri Bachmetjew bis Dimitri Itzkow, von Maxim Gorki bis Borislav Pekić haben eine beeindruckende Reihe slawischsprachiger Forscher, Visionäre und Schriftsteller ihre einzigartige, ebenso spekulative wie fruchtbare Perspektive auf das menschliche Leben und die Unsterblichkeit formuliert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2022
Rezensent Ulrich Schmid liest die von Tatjana Petzer herausgegebene Anthologie mit Interesse. Wie sich Wissenschaftler, Unternehmer, Philosophen und Literaten aus Russland, Jugoslawien, Polen und Tschechien die Unsterblichkeit vorstell(t)en, vermitteln die Texte von Nikolaj Fjodorow, Wladimir Negowski, Alexander Jaroslawski, Dmitri Izkow oder Maxim Gorki für Schmidt auf eindrückliche Weise. Soll man die Toten konservieren, einfrieren, die Informationen aus ihren Hirnen übertragen, oder ist die Unsterblichkeit doch vor allem eines: sterbenslangweilig? Solche und ähnliche Fragen stellen sich die Autoren der Sammlung und mit ihnen der Rezensent.
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