Ein diffuses Unbehagen ist es, das den Lehrer Lorenz Urbach mehr und mehr befällt, eine politische Unzufriedenheit, eine Überforderung, ein Überdruss. Plötzlich bricht eine ungekannte Aggression aus ihm heraus, er gerät in eine Schlägerei und verliert den Boden unter den Füßen. Als Berichte über ein blutrünstiges Tier auftauchen, das in den Alpen sein Unwesen zu treiben scheint, werden in Lorenz alte Erinnerungen wach. Die Medien spekulieren - ist es ein Wolf? Oder vielleicht doch ein Mensch? - und Lorenz denkt an seine Jugendfreundin Theresa, die Außenseiterin, die Aussteigerin, die immer schon Gewaltbereite … Er bricht zu einer einsamen Wanderung in die Berge auf, setzt sich den Naturgewalten aus - auf der Suche nach dem "Ungeheuer" da draußen und dem Ursprung der Gewalt in sich.
In seinem zweiten Roman schreibt Thomas Arzt von einem Lehrer, der sich angesichts der zunehmenden Weltkrisen ziemlich überfordert fühlt, so Rezensent Eberhard Falcke, seinen Schülern hat Lorenz nichts mehr entgegenzusetzen, das vom Zustand der Welt ablenken könnte. In rasanter Weise schildert Arzt, wie sein Protagonist zunehmend ausrastet, "Wahn- und Traumsequenzen" sind Teil des Textes, wie auch die Gedanken an seine Jugendfreundin Theresa, der er zutraut, diejenige zu sein, die im Karwendelgebirge Nutztiere aus Protest zerfleischt. Das Milieu des Romans ändert sich, er wird zu einer "alpinen Schauergeschichte", die laut Kritiker allerdings höchstens lose mit dem Anfangsteil verbunden ist, Rückblenden stören den Lesefluss, insgesamt "leidet die Anschaulichkeit" und der Gebirgshorror kann weder Falcke noch Lorenz helfen, die Probleme der Welt zu lösen.
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