In kaum einem anderen europäischen Land sind Kirchen- und Landesgeschichte so eng verquickt wie in Russland; ohne die Rolle der russisch-orthodoxen Kirche ist die russische Geschichte vieler Epochen nicht zu verstehen. Thomas Bremer beleuchtet in einem chronologischen Durchgang die Kirchengeschichte, aber auch das Verhältnis der russischen Kirche zum Staat und zum Westen, die Rolle des Mönchtums u. v. m.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.12.2007
Zufrieden äußert sich Rezensentin Gemma Pörzgen über Thomas Bremers Geschichte der russisch-orthodoxen Kirche und ihrer Beziehung zum Staat. Die Darstellung der Jahrhunderte währenden Symbiose von Kirche und Staat, die erst mit der Oktober-Revolution 1917 unterbrochen wurde, scheint ihr überaus kundig. Besonders interessiert haben sie die Ausführungen des Theologen über das heutige Verhältnis von orthodoxer Kirche und russischem Staat. Hier hätte sie gern noch mehr erfahren. Bremers Darstellung selbst lobt sie insgesamt als sehr profund, moniert aber den verschachtelten Aufbaus des Buchs als etwas "verwirrend". Vor allem kritisiert sie das Fehlen eines Kapitels über die Beziehung zum Judentum und die antisemitischen Tendenzen in der orthodoxen Kirche.
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