Anfang und Ende eines Films sind äußerst beliebte Objekte der Filmanalyse. Eine systematische und umfassende Untersuchung dieser "speziellen" Stellen, die über Einzelfälle hinausweist, fehlt innerhalb der Filmwissenschaft jedoch noch weitgehend. Christens Studie geht die Thematik aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln an: aus einem theoretischen, der narratologische Methoden in den Mittelpunkt setzt, aus einem ikonographisch-formalen, der beispielhafte Verfahren der Endsetzung herauszuarbeiten versucht, und aus einer Fallstudie, die anhand des Werks von Michelangelo Antonioni eine Mikroanalyse unternimmt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.06.2002
Thomas Christens filmwissenschaftliche Dissertation widmet sich einem so wichtigen wie vergleichsweise unbearbeiteten Gegenstand: dem Filmende. Sie nähert sich dem Thema in drei recht unterschiedlichen Teilen. Im ersten Kapitel geht es um die narratologische Analyse des Inhalts, im zweiten um Ikonografie, auch um das Verhältnis von "innerem" und "äußerem" Filmende, etwa um den Unterschied zwischen klischeehaften Filmenden (Western) und selbstreferenziellen (genannt werden Orson Welles und Monty Python). Der dritte und letzte Teil liefert die genaue Untersuchung eines Fallbeispiels: die Filmenden in elf Werken Michelangelo Antonionis. Der Rezensent Patrick Straumann teilt, wie es scheint, nicht nur den filmwissenschaftlichen Jargon, sondern auch die Ansichten Christens. Am besten gefallen hat ihm der dritte Teil, in dem es, so Straumann, der Autor schaffe, "etwas von der intimen Textur von Antonionis Filmen zu restituieren".
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