Die Beatles, die Stones, Bob Dylan, ja gut, aber ein Deutscher, der auf Deutsch rockt - unmöglich. Rock 'n' R Roll war in Deutschland bis Mitte der 70er-Jahre eine rein angloamerikanische Angelegenheit. Dann kam Udo und machte alles anders. Und ein halbes Jahrhundert später ist er immer noch da - größer und erfolgreicher denn je. Udo Lindenberg ist die große epische Figur des deutschen Pop, er half, eine Gegenkultur zu formen, die das Land bis heute geprägt und verändert hat, zum Besseren."Udo" erzählt die ganze Geschichte, die Abstürze und die Triumphe, die Niederlagen und Siege. Basierend auf Udo Lindenbergs Erinnerungen, auf Berichten von Wegbegleitern und Mitgliedern des Panikorchesters, aufgeschrieben von Thomas Hüetlin - ein rasanter Ritt durch sieben Jahrzehnte BRD, mit zahlreichen Illustrationen vom Meister selbst.
Wer die "Udomania" verstehen will, muss nur die Lindenberg-Biografie des Spiegel-Autors Thomas Hüetlin lesen, meint Rezensent Jens Uthoff. In enger Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg selbst entstanden und zeitgleich mit seinem neuen Album erschienen, sei das Buch ein ehrlicher Rückblick auf ein bewegtes Leben, das auch die erfolglose Zeit um die Jahrtausendwende und die fast zwanzig Jahre Alkoholabhängigkeit nicht verschweige, so Uthoff. Dem Rezensenten hat die Biografie vergegenwärtigt, was Lindenbergs Schlüssel zum Erfolg ist: Mit seiner pathosfreien, vor Leichtigkeit sprühenden Kunst hat der Sänger es in Uthoffs Augen geschafft, alle Schichten anzusprechen und zu einer "gesamtdeutschen Integrationsfigur" zu werden. Nach der Lektüre kann der beeindruckte Rezensent dem Phänomen Udo nur Respekt zollen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.10.2018
Dieser Slang ist unverkennbar. Das ist Udo. Und egal wie sehr dieser Ton uns mal genervt hat, wie abgenudelt und angesudelt der uns erschien, so hat er doch immer noch einen gewissen Charme und lässt jene Coolness durchscheinen, die nicht nur den Klempner-Sohn Lindenberg einst aus "grauer Kleinstädte Mauern" befreite, erinnert sich Rezensent Christian Bos bei der Lektüre von Udo Lindenbergs Autobiografie. Klar, dass sich kein Co-Autor gegen diesen Sound durchsetzen kann oder überhaupt will. Am liebsten las Bos das Kapitel über die Kindheit des Musikers, über dessen Vater und Udos erste musikalischen Versuche. Dass es dem Wessi Lindenberg später in den 70ern gelang, mit der DDR-Führung auf Tuchfühlung zu gehen, ohne sich jemals anzubiedern oder korrumpieren zu lassen - der Rezensent zieht den Hut wie überhaupt vor dieser insgesamt ihm gelungen erscheinenden Biografie.
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