Während des Siebenjährigen Krieges lädt der Seidenkaufmann und Philosoph Moses Mendelssohn (1729-1786) seinen reisenden Freund Lessing ins Grüne ein: "Ich habe einen überaus schönen Garten, darin Sie logiren können. Er ist von Herrn Nicolai seinem nicht weit abgelegen; und Sie können alle Bequemlichkeiten darin haben, die Sie nur wünschen […]. Wie angenehm könnten wir die Abende zubringen, wenn Sie sich hierzu verstehen wollten!"Mendelssohn, von seinen Verehrern als "Jude von Berlin" gerühmt, führt trotz seiner schwachen Kondition ein aufreibendes Doppelleben zwischen Fabrikkontor und Studierstube. Thomas Lackmann zeigt ihn als Intellektuellen und Geschäftsmann, der sich zur Erholung und für die Diskussion seiner Projekte gern in Arbeits-Lauben und auf den Sommersitzen reicher Mentoren holt, was zum Leben nötig ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2023
Als Jude konnte Moses Mendelssohn im Berlin des 18. Jahrhunderts keinen eigenen Grund und Boden erwerben und deshalb auch keinen Garten anlegen, weiß Rezensent Stefan Rebenich, und außerdem war der Gelehrte eher Schreibtischmensch als Outdoorfreak; dennoch hat Thomas Lackmann nun ein Buch über die Gartenbegeisterung Mendelssohns geschrieben, entlang verstreuter Hinweise in dem Werk. Genauer gesagt geht es, so Rebenich, um Mendelssohns Beziehung zu einer ganzen Reihe von Gärten, in denen er unter anderem seine zukünftige Frau trifft, mit Lessing parliert und sich unters vergnügungswillige Volk mischt. Allzu ergiebig ist das alles nicht, findet Rebenich, das Buch verliert sich allzu oft in legeren Formulierungen, statt über das jüdische Leben der Zeit oder auch die Bedeutung des Gartens für das Bürgertum nachzudenken, moniert er.
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