Wer je auf einer Hochzeitsfeier zwischen schwerhöriger Patentante und angetrunkenem Ex-Verlobten gesessen hat, weiß sie zu schätzen, die Kunst der Konversation. Gerade den Deutschen ist die Gabe des guten Gesprächs nicht in die Wiege gelegt worden. Mit Damen nie über Politik reden, entfernte Bekannte nicht mit chronischen Gesundheitsproblemen behelligen - wenn sich die Gesetze der Konversation doch nur auf so einfache Regeln reduzieren ließen. Mit Ironie und Leichtigkeit erklärt Tilman Spengler, was ein gelungenes Gespräch ausmacht. Seine Betrachtungen würzt er mit Anekdoten über stammelnde Talkshowgäste, aberwitzige Dialoge bei Tisch und deutsch-chinesische Verständigungsversuche.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.08.2009
Rezensentin Judith von Sternburg hat zwei Ratgeber gelesen, die ihr die Kunst der geschmeidigen Kommunikation nähergebracht haben. Tilman Spenglers Buch "Sind Sie öfter hier?" bezeichnet Sternburg allerdings eher als einen Anti-Ratgeber, denn es sei "hinreißend uninformativ. Spengler plaudere über Gott und die Welt, den Zahnarzt oder die Kunst des Jammerns. Dabei hat sich die Rezensentin bestens unterhalten und immerhin die nachhaltige Warnung vor der Poesie mitgenommen, die Spengler zufolge zwar durch ihr "Moment des Unabdingbaren" wirkt, aber auch einen etwas dümmlichen Eindruck macht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.07.2009
Tobias Lehmkuhl macht sich durchaus hoffnungsvoll an die Lektüre von Tilman Spenglers jüngstem Buch, stellt es doch in Aussicht, in die Kunst der Konversation einzuführen. Am Ende ist der Rezensent enttäuscht, denn ihn stört nicht nur, dass sich das Buch nicht als Leitfaden zur Gesprächsführung nutzen lässt, weil es fast nur Beispiele misslungener Kommunikation in Anekdotenform bietet. Lehmkuhl fühlt sich auch durch den hochnäsigen Unterton des Autors verstimmt und findet die Haltung, die aus Spenglers Gesprächsgeschichten spricht, reichlich arrogant. Schließlich stößt er sich auch an den vielen geistreichen Abschweifungen, die mitunter am eigentlichen Thema vorbeigehen, wie die Ausführungen Spenglers zu Grab- und Lobreden, die in ihrer massiven "Geistreichelei" nerven, wie Lehmkuhl durchblicken lässt.
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