Tilman Spengler (Hg.)

Moskau - Berlin

Stereogramme
Cover: Moskau - Berlin
Berlin Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783827004130
Gebunden, 271 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Berlin - Moskau: Seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts sind diese Metropolen wichtige Fixpunkte im deutsch-russischen Geistesleben. Politische Umbrüche spiegelten sich hier im öffentlichen wie im privaten Leben wider. Mit dramatischer Geschwindigkeit verändern Moskau und Berlin ihr Gesicht, und doch muss man sich fragen, ob das, "was im Werden ist, schon war", wie es Haralampi G. Oroschakoff, einer der Autoren dieses Bandes, als These formuliert. Elf sehr unterschiedliche Schriftsteller spüren diesen Veränderungen nach, um die Erfahrung dieser beiden hässlich-schönen urbanen Gebilde, die Chaos und Ordnung zugleich in sich bergen, einander gegenüberzustellen. Mit Beiträgen von Michail Ryklin, Elke Schmitter, Tatjana Schtscherbina, Tilman Spengler, Hanns Zischler u.a.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.01.2002

Auch wenn über die historischen und kulturellen Beziehungen zwischen Moskau und Berlin bereits viel geschrieben wurde, die Geschichte ist im Fluss, bemerkt Ilma Rakusa, und so ergeben sich immer wieder neue Aspekte und Perspektiven. Von dieser Prämisse ausgehend, stellt die Rezensentin die von Tilman Spengler edierte Anthologie "Moskau-Berlin" vor, die, wie sie begeistert versichert, "nicht nur Metropolenfreaks, sondern jeden Literaturliebhaber beglücken muss". Auch wenn man in diesen "psychologischen Städteskizzen" häufig mehr über ihre Verfasser als über den Gegenstand selbst zu erfahren scheint, enthalten die Texte viele Anregungen zum Nachdenken, findet Rakusa, "über Ost und West, über historische Kontinuität und Diskontinuität, über jenes Menschlich-Allzumenschliche, das keine Grenzen kennt". Auf keinen Fall finde man hier normale Reisetexte vor, sondern poetische Stereogramme mit nicht zu unterschätzendem Informationswert, lobt die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.07.2001

Eberhard Rathgeb befindet alle einundzwanzig Essays für lesenswert und das Vorwort, so jubelt er, sei allen Vorwörtern dieser Welt zum Vorbild angedient: Es sei dem Autor Tilman Spengler mit "teuflisch lockerer Hand" gelungen. Folglich bedauert er, dass Spengler keinen der Essays verfasst hat. Diese sind nämlich von sechs russischen und fünf deutschen Schriftsteller geschrieben, die eine Art Schriftsteller-Austausch über Berlin-Moskau unternommen haben. Das Dichter glücklicherweise auch denken, freut den Rezensenten, denn das spiegele sich auch in deren Essays wieder. Ein erfreulich und erfrischendes Buch resümiert er, mit welchem man eine imaginäre Reise in die jeweilige Stadt vornehme könne. Dabei sei es nicht notwendig wirklich alles ganz zu lesen, trotzdem lohne es sich bei den meisten Beiträgen. Und außerdem: "Es kann nicht immer Kaviar geben." Warum eigentlich nicht?
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