Sokrates' Satz "Ich weiß, dass ich nichts weiß" ist die zentrale philosophische Erkenntnis der Menschheit. Wie recht er hatte! Doch das Leben lässt sich meistern, auch wenn man mal nicht den wirklichen Durchblick hat. Solange Sie in der richtigen Situation das Richtige sagen. Alexander von Schönburg führt in die Königsdisziplin der Konversation ein - den Smalltalk. Als Experte für alle Fragen des stilvollen Auftritts lautet sein dringender Rat: Halten Sie sich an die geeigneten Themen! Nach der Lektüre dieses Buches plaudern Sie ganz nonchalant über das Gottesteilchen, schütteln dann ein paar flockige Sätze über den neuen Tarantino aus dem Ärmel und räsonieren anschließend wie selbstverständlich über die Lehren des Buddhismus.
In Alexander von Schönburgs kleinem Handbuch "Smalltalk" unterweist der Adelskenner und Bild-Reporter in der "Kulturtechnik gelingender Konversation", berichtet Ursula März. Einiges war der Rezensentin bekannt oder kam ihr selbsterklärend vor, etwa dass man besser schweigt als zu langweilen, anderes war ihr neu: dass man keine Witze erzählen soll, findet März merkwürdig, wo doch faktisch meist erst unpassendes Scherzen und gemeinsames Lachen eine eingefrorene Atmosphäre aufheizen können. Praktisch sei allerdings die Aufzählung der Themen, die man auf jeden Fall beherrschen muss, so die Rezensentin: zu Luxushotels und Kapitalismus dürfen Kenntnisse vorausgesetzt werden, erfährt März.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.01.2015
Nein, einen neuen Plauder-Ratgeber hat Rezensent Jens Bisky mit Alexander von Schönburgs neuem Buch "Smalltalk" nicht gelesen. Vielmehr erlernt der Kritiker hier die "Kunst des stilvollen Mitredens", weiß nach der Lektüre sich schmeichelnd aber durchaus auch provozierend - ganz ohne "Moralscheißerei" - zu unterhalten und erfährt, dass zwischen "Pauschalthemen" wie Gender und Essen, "Jokerthemen", etwa Franzosen, Homosexualität und Jagd und einhelligen "Chloroformthemen" wie New York oder Apokalypse zu unterscheiden ist. Schönburg betrachtet den Smalltalk als leichthändiges Ballspiel, das im selbstbezogenen "Selfie-Zeitalter" zu verschwinden droht. Darüber hinaus erfährt der Kritiker in diesem unterhaltsamen Buch alles über den Adel, Konversationen mit Henry Kissinger, Paris Hilton oder Andre Kosztolany und erhält historische und kulturgeschichtliche Einblicke. Nicht zuletzt lobt Bisky die herrlichen Bonmots und Anekdoten des Autors.
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