Tim Page

Glenn Gould.

Ein Leben in Bildern
Cover: Glenn Gould.
Nicolai Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783875844757
Gebunden, 192 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Mit einer CD und einem Vorwort von Yo-Yo Ma. Glenn Gould ist ein einzigartiger Star unter den Pianisten des 20. Jahrhunderts. Am 25. September 2002 hätte er seinen 70. Geburtstag gefeiert, wäre er nicht am 4. Oktober 1982 einem Herzinfarkt erlegen. Tim Page geht in seinem Text den Gründen für die nicht abnehmende Faszination am Mythos Glenn Gould nach. Vor allem aber erlauben zahlreiche, zum Teil erst jetzt und für dieses Buch erstmals freigegebene Fotografien einen neuen, aufschlussreichen und ungewöhnlichen Blick auf ein eigenwilliges musikalisches Genie

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.09.2002

Die letzten siebzehn Jahre seines recht kurzen Lebens - Gould starb 1982 erst fünfzigjährig - verbrachte der kanadische Pianist am liebsten im Tonstudio. Er hatte die Karriere als Konzertsaalpianist aufgegeben, weil er kein Musikmaschine sein wollte, so vermutet jedenfalls Reinhard J. Brembeck. Die Fotografien von Don Hunstein, die in diesem Band angeblich erstmals veröffentlicht sind und Gould bei seinem Dirigentendebüt zeigen, veranlassen Brembeck zu der Bemerkung, Gould sei vielleicht gar kein Musiker gewesen, sondern "durch und durch Zuhörer, genauer gesagt: sein liebster Zuhörer". Gould, der Nicht-Romantiker, der seine Eindringlichkeit des Spiels, seine Meisterschaft der "Klangrede", wie Brembeck es nennt, nie aus dem Pathos der Musik bezog, sondern "jenseits aller Expressivität" die Auflösung in der Strenge der formalen Struktur suchte, war auch ein Mann des Wortes - die Fotos scheinen es Brembeck zu belegen. Gould schwadronierte nicht, sondern redete klar und knapp, er schwelgte nicht in gefühliger Musik, sondern gab klare Anweisungen. Dass Gould sich später ein Leben als Wissenschaftler erträumte, Brembeck sieht es in den Bildern und nutzt es zu einem verkappten Geburtstagsartikel (zum 70.) - und versäumt darüber, den Band im ganzen zu würdigen.
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