Wie glücklich waren die Menschen im Arbeiter- und Bauernparadies wirklich? Die DDR gehörte zu den Staaten, in denen überdurchschnittlich viele Menschen durch eigene Hand starben. Im weltweiten Vergleich der Selbsttötungsraten nahm der "erste sozialistische Staat auf deutschem Boden" einen Spitzenplatz ein. War das eine Folge der SED-Diktatur? Warum wurde das Thema jahrelang tabuisiert? Der Leipziger Historiker und Biochemiker Udo Grashoff hat mehrere tausend Suizidfälle ausgewertet und fertigte erstmalig eine Analyse des Selbstmordgeschehens für die gesamte Zeit der DDR an. Dabei zeigt er unterschiedliche Arten im Umgang mit Selbsttötungen auf und geht auf entsprechende Entwicklungen im medizinischen Bereich ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2007
Bemerkenswert scheint Rezensentin Marita Krauss diese Studie über Suizid in der DDR, die Udo Grashoff vorgelegt hat. Überzeugt hat sie der Ansatz des Autors bei der Untersuchung dieses in der DDR tabuisierten Themas, die Makroebene der statistischen Betrachtung durch die Mikroebene der Einzelfallanalysen zu ergänzen und historische, psychologische und medizinische Erkenntnisse miteinander in Beziehung zu setzen. In einem ersten Teil untersuche Grashoff die Ursachen und die Häufigkeit von Selbsttötungen in der SBZ/DDR, die Entstehung der Selbstmordstatistik, die Lebensbedingungen, die protestantische Tradition sowie die Suizide in DDR-Gefängnissen und in der "Nationalen Volksarmee". Besonders die Revision scheinbar eindeutiger "politischer" Suizide findet sie fesselnd. Als Ergebnis der Untersuchung nennt sie, dass schon im 19. Jahrhundert die Selbsttötungsraten im Gebiet der späteren DDR höher lagen als im westlichen Teil des Landes. Sie konstatiert, das Ansteigen und Absinken dieser Rate sei wohl eher Teil weltweiter Trends als ein Produkt der DDR-Gesellschaft. Interessant findet sie auch den zweiten Teil, der sich mit dem Umgang mit den Selbsttötungen befasst.
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