"dieser text ist ein brot. ein wenig fleisch ist auch // mit dabei, aber mini. nichts davon, was tauglich wäre, eure zerknaut- / schung zu mildern, euer torkelndes babel zu stützen. nope. vielmehr / zeigt es dessen baldigen untergang an."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2015
Einen Heidenspaß bereitet Ulf Stolterfoht dem Rezensenten Christian Metz mit seiner Adaption der Johannes-Offenbarung. Dass sich der Autor um das Verbot, Kürzungen oder Ergänzungen am Text vorzunehmen, nicht schert, verbucht Metz als Gewinn. Ebenso inspirierend scheint Metz die im Band enthaltene Stolterfohtsche Behandlung der Geschichte der pietistischen Bewegungen. Indem der Autor ihr mittels skurriler Figuren und Fabulierlust poetische Kraft entlockt und sie zu einer Mentalitätsgeschichte des heutigen Berlins umdichtet, meint Metz, schreibt er seine Integrationspoesie gekonnt fort.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.06.2015
Michael Braun staunt nicht schlecht, wie der Verskünstler Ulf Stolterfoht hier angesichts religiöser Wucht und Ekstase der ihm eigenen Sprachkritik verlustig geht. Macht aber nichts, meint Braun, sogar im Gegenteil. Der Rezensent findet es reizvoll, wie Sprachkomik, weite erzählerische Bögen mit Stolterfohts Geschichte einer in Berlin-Schöneberg statthabenden naturmystischen Verzückung und der Johannes-Offenbarung zusammengehen und eine ganz eigene Dynamik entwickeln. Der Sprachanarchismus des Autors kann ganz verschiedene Ausprägungen annehmen, wie Braun entzückt feststellt.
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