Tibet, sagt man, ist der Erde entrückt und dem Himmel nahe. Seine Menschen leben auf dem Dach der Welt und sind durchdrungen von einer allumfassenden Lehre, die mehr ist als eine Religion: dem Buddhismus. Für viele ist Tibet deshalb ein spiritueller Zufluchtsort, seine Klöster sind Reiseziele aller auslndischen Besucher. Und bei Buttertee und Gerstenbrei verdaut mancher überrascht, was es bedeutet, auf 5000 Metern Meereshöhe zu leben. Wer die Ausdauer besitzt, erlebt eine hochentwickelte jahrhundertealte Kultur, erfährt von Lamas, Schamanen und mönchischen Bräuchen. Und er begreift, dass er die Sprache niemals lernen wird: Pö-käh - Tibetisch nämlich.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.07.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel LL lobt dieses Buch über Tibet, das er "in der Mitte zwischen Reiseführer und Ländermonographie" ortet, als differenziert und zuverlässig. Eine solche Ausgewogenheit zu erreichen ist seiner Ansicht nach bei der gegenwärtigen Polarisierung in der Tibetfrage gar nicht so einfach - angesichts der "kritiklosen Tibetophilie" auf der einen und der Gegenbewegung, die sich ebenso undifferenzierter Negativklischees bedient. Deshalb hebt der Rezensent lobend hervor, dass dieses Tibetbuch auf eines der sich inflationär im Umlauf befindenden Vorworte des Dalai Lamas verzichtet hat, ansonsten aber realistisch und faktenorientiert über das Land, die Religion, die Lebensgewohnheiten und die Geschichte informiert.
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