Ein Pionier der sozialdemokratischen Kommunalpolitik. Als Paul Singer 1911 in Berlin starb, begleiteten hunderttausende Menschen den Sarg eines Mannes, der über zwei Jahrzehnte einer der beiden Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gewesen war, bei unzähligen Parteitagen präsidiert und als Vorsitzender der Reichstags-Fraktion die praktische Parlamentspolitik maßgeblich mitbestimmt hatte. 1844 als Sohn einer jüdischen Familie geboren, wurde Paul Singer zunächst Teilhaber einer erfolgreichen Konfektionsfirma. Erst unter dem "Sozialistengesetz" trat er 1883/84 in das politische Rampenlicht. 1884 in den Reichstag gewählt, gelangte der Quereinsteiger in wenigen Jahren in die sozialdemokratischen Führungsgremien. Jahrzehntelang gehörte er zudem der Berliner Stadtverordneten- Versammlung an und kann als Pionier der sozialdemokratischen Gemeindepolitik gelten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.2005
"Lesenswert" findet Rezensent Dieter Langewiesche diese Biografie Paul Singers, die Ursula Reuter vorgelegt hat. Singers politisches Leben repräsentiert für ihn den Weg der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung im Kaiserreich insgesamt. Er würdigt den erfolgreichen Unternehmer, Großbürger und sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten als Brückenbauer zwischen Bürgertum und Arbeiterbewegung, der sowohl bei den bürgerlichen Honoratioren Berlins als auch bei den Arbeitern hohes Ansehen genoss. Reuter verweise auf Singers Beitrag zur gesellschaftlichen Integration der Juden in Deutschland, der, wie sie betone, in seinem Lebensweg bestand, demonstrierte er doch, dass es als Jude möglich war, in der Sozialdemokratie in höchste Ämter gewählt zu werden, und auch in der Kommunalpolitik über das sozialdemokratische Milieu hinaus, das für Antisemitismus unempfänglich blieb, erfolgreich zu wirken.
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