Aus dem Amerikanischen von Ilija Braun und Jochen Schwarzer. Es beginnt ein wahnwitziges Wettrennen um die Welt: Bald findet sich Steve auf einem Containerschiff wieder, das, beladen mit Rinderfellen und Altbatterien, von der amerikanischen Westküste aus Schanghai anläuft. Vali heizt derweil mit dem Mietwagen nach Mexiko und begreift erst langsam, dass ihn der Start gen Osten durch die Zeitverschiebung jeden zweiten Tag eine Stunde Schlaf kosten wird. Umso eiliger hat er es, bei Juan Lozano in Cuernavaca seinen ganz persönlichen Raketenrucksack zu erstehen. Doch Augenblick mal... Kommt man mit einem Raketenrucksack über den Atlantik?
Rezensent Tomas Niederberghaus wünscht sich diese "Weltumrundungslektüre" für die nächsten zehn Jahre auf die Bestsellerlisten, so begeistert ist er. Zwei Mittzwanziger umrunden getrennt voneinander die Welt im Zuge einer Wette. Ohne Flugzeug, aber mit Aussicht auf eine Flasche Whisky als Preis für den Schnellsten. Die beiden, Steve Hely und Vali Chandrasekaran, sind amerikanische Drehbuchautoren für Satire- und Late-Night-Programme und haben für ihre Reise vom Verlag das Spesenkonto gefüllt bekommen, lesen wir. Das könnte man unsportlich finden, aber Niederberghaus findet diesen Vorwurf zu deutsch und zu moralisch. Er bleibt dabei, dass das Buch "lustig" und "fesselnd" ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.02.2009
Man hat geradezu das indignierte Kopfschütteln von Rezensent Sebastian Hammelehle vor Augen: dieses Weltreisebuch, das angeblich einer alkoholseligen Wette der Autoren Steve Hely und Vali Chandrasekaran entsprungen ist, kann von ihm kein Wohlwollen erwarten. Die amerikanischen Autoren lassen bei ihrem Wettlauf um die Welt, bei dem außer Flugzeugen jedes Transportmittel erlaubt ist, keinen Gag aus, stellt der Rezensent unfroh fest. Weder "landestypische Spezialitäten" noch interessante Bauwerke finden bei Hely und Chandrasekaran ihre angemessene Würdigung, dafür stößt Hammelehle zu seinem Ärger beim Berlinaufenthalt von Chandrasekaran sogar auf "krassen Geschichtsrelativismus". Bestenfalls eine "Scheinwelt" nach Gusto westlicher Abenteurer findet der Rezensent hier beschrieben, und er lässt offen, ob er im Falle ihrer Entführung Lösegeld zahlen würde.
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