Aus dem Russischen von Beate Rausch. Ein Russe reist um die Welt: Viktor Jerofejew hat aufgeschrieben, was ihm bei seinen Reisen rund um den Globus begegnet ist - etwa in Alaska, das Zar Alexander II. 1867 spottbillig an Amerika verscherbelt hat. Viktor Jerofejew reist durch dieses "russische Amerika", und erfährt, wie der Mond an den Himmel gekommen ist. Weitere Stationen sind unter anderen Sankt Petersburg, die Côte d?Azur, Japan, Südafrika und die Krim.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2005
Für Stefan Fischer stellt sich der russische Autor Viktor Jerofejew in seinem Buch als "Liebhaber" sowohl der Reisen als auch der Reisebeschreibung dar. Als Diplomatensohn habe der Autor das "doppelte Glück" gehabt, von klein auf in alle Welt reisen zu können und auch finanziell dazu in der Lage zu sein, erklärt der Rezensent. Dabei beschreibt Jerofejew das Reisen auch immer als "Reinkarnation" und hat insbesondere bei seiner Reise nach Japan die "stärkste" persönliche "Veränderung" erfahren, so Fischer interessiert. Der Rezensent findet, dass der Autor mit dem "vermeintlichen Makel", Russe zu sein, ziemlich kokettiert, und er stellt fest, dass sich Jerofejew eigentlich sehr "selbstsicher" durch die verschiedenen Länder bewegt. Die "schönste", weil so "abgedrehte" Passage dieses Buches ist für Fischer dann auch, wenn der Autor auf der Terrasse eines Hotels in Paris - wenn auch nur visuell - mit "persönlichem Imperialismus"die Stadt in Besitz nimmt und sich damit für Napoleons "gierigen Blick" auf Moskau "revanchiert".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.09.2005
Schon auf dem Cover deutet sich an, was bei Viktor Jerofejew Programm ist, bemerkt der Rezensent Ulrich M. Schmid erheitert. Mit herausfordernd nacktem Oberkörper blicke Jerofejew verschmitzt, herausfordernd und doch ein wenig zögerlich gen Himmel, als ob er auf Hiebe von oben gefasst sei. Denn heilig, schreibt der begeisterte Rezensent, ist ihm nichts in seinem "essayistischen Kulturvergleich". Ob Franzosen, Chinesen, Polen oder seine Kompatrioten, die Russen: Alle werden sie genüsslich vom "ebenso boshaften wie glänzenden Essayisten" Jerofejew in ihren peinlichen Eigenarten und "Nationalmarotten" beschrieben. Besondere Begeisterung beim Rezensenten weckt dabei Jerofejews Talent, aus "scheinbar nebensächlichen Details" eine "profunde Kulturkritik" zu entwickeln. Somit erweise sich "Der Mond ist kein Kochtopf" nicht nur als "vergnügliche", sondern auch als "höchst lehrreiche" Lektüre, deren überraschende Perspektiven herkömmliche Reiseführer-Prosa fad und sinnentleert erscheinen lassen.
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