Aus dem Niederländischen von Marlene Müller-Haas. Eine Antwort auf die Fragen "Wo bin ich?" und "Wie spät ist es?" zu finden, kann als ältester Erkenntniswunsch des Menschen gelten - immerhin beschäftigten sich schon die Babylonier und die alten Ägypter mit Navigation und Zeitmessung. Auch Alfred van Cleef ist seit Kindheitstagen fasziniert von Ordnungen und Einteilungen aller Art und von der "Psychologie der Geografie". Und so macht sich van Cleef auf zu einer rund 4800 Kilometer und fünf Monate langen Reise entlang dieser unsichtbaren Linie, die ihn durch acht Länder führt, vom verregneten Tunstall in Yorkshire/England bis in die Hafenstadt Tema an der Küste Ghanas.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2012
Natürlich total "wahnwitzig" und dabei trotzdem augenöffnend ist Alfred van Cleefs Idee, den Nullmeridian entlang zu reisen, findet der eingenommene Jochen Temsch. Diese willkürlich gezogene Linie zwischen Nord- und Südpol, auf die man sich 1884 international geeinigt hatte, ist für den niederländischen Autor so etwas wie das "Rückgrat" der "verborgene Ordnung der Welt", und an ihr reist er entlang durch Länder wie Großbritannien, Frankreich, Algerien oder Mali. Er kommt dabei an Orte, für die es sonst kaum einen Anlass gibt, sie zu besuchen und spricht mit Menschen, an denen kaum je jemand Interesse hat, wobei er sich sowohl, was die eigene Befindlichkeiten angeht, zurückhält als auch explizite Wertungen verkneift, stellt der Rezensent fest. Seine akribische Genauigkeit findet Temsch dabei genauso faszinierend wie seine selbstironische Art und seinen Humor, der ihm nicht verloren geht, ob auf einem vollgestopften Unterdeck eines ghanaischen Frachtschiffs oder unter "wasserlassenden Schafen".
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…