Aus dem Portugiesischen von Ulrich Kunzmann und Klaus Laabs. Im Alter von 84 Jahren verliert Antonio Silva seine Frau. Aber es kommt noch schlimmer: Er muss ins Altersheim. Gemeinsam mit anderen Greisen versucht er dort, dem Tod so viel Leben wie möglich abzuringen, und durchläuft so eine ungeahnte Wandlung. Sein Herz öffnet sich, und die Erinnerungen an seine Vergangenheit im Portugal des 20. Jahrhunderts ändern das Bild, das er von sich selbst hat. Silva erkennt immer deutlicher, dass er zwar vordergründig ein guter Mensch war, dass dies in Zeiten einer Diktatur, wie der Salazars, aber nicht genügt. Mit kantigem Humor und behutsamer Einfühlung erzählt Valter Hugo Mãe eine verblüffende Geschichte über Verantwortung, Freundschaft und Selbsterkenntnis.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.04.2013
Eberhard Geisler gratuliert Valter Hugo Mãe zu seinem gelungenen Einstand als Romanautor im deutschsprachigen Raum. Nicht nur, dass der 1971 geborene Mae sich für seine Hauptfigur in die Perspektive des Alters einfühlt, er bringt aus seiner Arbeit als Lyriker auch den Sinn fürs Detail mit. Kein Geplauder also, stattdessen eine Sprödheit, an der Geisler Gefallen findet, weil sie eben nicht vereinfacht, sondern aufmerksam um Einzelheiten bemüht ist. Dabei fallen für Geisler nicht nur Einsichten in die menschliche Existenz ab, sondern auch in die Geschichte Portugals.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…