Das Urbild des Gartens ist das Paradies, das durch hohe Mauern von einer unwirtlicheren Welt getrennt war. Die heutigen "Paradiese" sind Saatgutbunker in Spitzbergen oder gigantische künstliche Welten zur optimierten Produktion von Lebensmitteln. Schon immer waren Gärten aber Orte des Übergangs und der Durchlässigkeit, an denen sich migrierende Pflanzen und historische Schichten, Stadt und Land, Stillstand und Bewegung begegneten. Günther Vogt, einer der einflussreichsten Landschaftsarchitekten der Gegenwart, betrachtet gemeinsam mit Violeta Burckhardt Gegenden, Gärten und künstliche Paradiese zwischen Rom und Tschernobyl, Polen und dem Tessin, Zürich und Hamburg und stößt zuletzt auf den Grund des arktischen Ozeans, wo sich territoriale Abgrenzung und digitale Weltvernetzung spannungsvoll überlagern.
Rezensentin Nina Apin fühlt sich gut unterhalten von der Gedankenreise, auf die die LandschaftsarchitektInnen Violeta Burckhardt und Günther Vogt ihre Leser mitnehmen: Ausgehend vom iranischen Garten des 6. Jahrhunderts zeichnet der Essayband die Entwicklung des Konzepts Garten bis in die heutige Zeit hinein nach und zeige dabei die Höhen und Tiefen menschlicher Naturbeherrschung auf, so Apin. Interessant findet die Rezensentin beispielsweise die Ausführungen zum "potenziellen" Garten im Saatguttresor in Spitzbergen, der Samen konserviert, aber auch, vor allem von kleineren Produzenten, kritisch betrachtet werde. Auch über die Wildnis um Tschernobyl, vertikales Farming oder durch den Klimawandel ausgelöste Grenzverschiebungen lässt sich die Kritikerin gerne informieren. Nur die abschließende Erkenntnis des Bands, dass die Erde unser größter und einziger Garten sei, scheint sie etwas herkömmlich zu finden.
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