Der Gral ist der faszinierendste, fruchtbarste der aus dem Mittelalter überkommenen Mythen. Sein Ursprung verliert sich im Dunkel der keltischen Vorzeit, was folgte, war eine jahrhundertlange Rezeption, die bis heute andauert - von Chretien und Wolfram über Wagner bis zu Monty Python und Indiana Jones. Was genau sich hinter dem "Gral" verbirgt? Fest steht nur: "Man kann ihn nicht besitzen. Man muss ihn suchen."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.09.2003
Was, beziehungsweise wie ist der Gral? Sehr verschieden zumindest, das hat Marion Lühe der Studie von Volker Mertens entnommen, die durch die künstlerischen, vor allem literarischen Versionen des Gralsmythos galoppiere, ohne die Details zu vernachlässigen oder das Wesentliche aus den Augen zu verlieren: die Bedeutungsgeschichte der "Leerstelle", die den Suchenden mal göttliche Gnade, mal eher existenzielle Selbsterfahrung versprach - von den ersten Gralsromanen im 12. Jahrhundert bis zu Steven Spielbergs "Indiana Jones" wurde sie unterschiedlich gefüllt. Mertens referiere die Geschichte(n) der Kelche und Schüsseln erschöpfend - manchmal leider im wahrsten Sinne des Worte - und ohne Scheu vor Unterhaltungskultur, wenn er auch seltsamerweise das Feld der Fantasy-Literatur völlig unbeackert liegen lasse.
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