Aus dem Amerikanischen von Dietlind Kaiser. Die Easy-Rawlins-Romane mit dem unerschütterlichen schwarzen Privatdetektiv, der sich im rassistischen Los Angeles der Fünfzigerjahre durchschlägt und dabei für Freundschaft, Recht und um die Herzen schöner Frauen kämpft, sind längst Klassiker in ihrem Genre. ?Fische fangen? schließt diese Reihe ab: Dieser Roman, ein Frühwerk des Autors, erzählt Easys Jugend, und alle eingeschworenen Rawlins-Fans, die sich wunderten, woher ihr Held seine misstrauische Lebensklugheit hat, erfahren endlich, wie Easy lernte, worauf es ankommt in einer Welt, in der einem nur selten was geschenkt wird, und noch seltener das, was man sich wünscht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.02.2002
Los Angeles ist für Thomas Leuchtenmüller eng mit dem zur Zeit erfolgreichsten afroamerikanischen Kriminalschriftsteller verbunden: Walter Mosley, dessen erster Roman "Gone fishin'" aus der Reihe seiner Easy-Rawlins-Bücher damals von 15 Verlagen abgelehnt wurde und erst im nachhinein sowohl in den USA wie hier erscheinen konnte. Das Buch führt entsprechend in die Jugend - 1939 - seiner Helden zurück und zugleich in den tiefsten Süden von Texas. Die Story sei nebensächlich, meint Leuchtenmüller, er bewundert die "flamboyante Art" des Autors, sein ausgeprägtes Rhythmusgefühl, das der Übersetzerin Dietlind Kaiser im übrigen zu halten gelungen sei. "Fische fangen" ist "wie ein gut abhangener Blues", schwärmt der Rezensent, mit einem Hang zu ausgesprochen bodenständigen Vergleichen. Typische Themen - Religion, Musik, Träume - und typische Formen der afroamerikanischen Literatur - kollektive Erinnerung und orale Tradition - findet Leuchtenmüller ohne größeren Kitschaufwand integriert.
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