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Joseph Boyden

Der lange Weg

Roman
Cover: Der lange Weg
Albrecht Knaus Verlag, München 2006
ISBN 9783813502701
Gebunden, 446 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Bettina Münch und Kathrin Razum. Zwei junge Cree-Indianer verlassen ihre Heimat in Nordkanada und ziehen aus Abenteuerlust in den Ersten Weltkrieg. In den Schützengräben Flanderns erleben sie den Zusammenprall zwischen der Kultur ihrer Ahnen und der zerstörerischen Welt der Weißen, eine Erfahrung, die beide Männer für immer verändert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.11.2006

Mit hohem Lob bedenkt Rezensent Uwe Pralle diesen Roman von Joseph Boyden. Er liest die Geschichte über zwei junge Cree-Indianer aus Nordkanada, die als Teil des kanadischen Expeditionskorps freiwillig in den Ersten Weltkrieg zogen, als eine faszinierende Parabel über das Verhältnis archaischer und moderner Zivilisationen zum Jagen und Töten. Dabei kann Boydens Schilderung der Grauen des Kriegs seines Erachtens locker mit den "literarisch prägnantesten Darstellungen", wie Ernst Jüngers Aufzeichnungen, mithalten, ohne dass es sich dabei um Dokumentarliteratur handelte. Beeindruckt hat Pralle auch die erzählerische Könnerschaft des indianischstämmigen Autors. Neben einer "nuancierten" Sprache und einem Gespür für erzählerische Rhythmen hebt er in diesem Zusammenhang Boydens Neugier hervor, "die Welt seiner Vorfahren in ihrem geradezu surreal wirkenden Spannungsverhältnis zum oft als 'Ur-Katastrophe' bezeichneten Ersten Weltkrieg zu erkunden". Das Resümee des Rezensenten: ein "atemberaubender" Debütroman.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2006

Arnd Rühle kann wunderbar nacherzählen. Den Plot dieses Debütromans von Joseph Boyden könnte der Autor selbst sicher nicht besser wiedergeben. Was die Geschichte um die Entfremdung eines Indianers von seiner Kultur im Krieg der Weißen und seine anschließende Heilung durch die Tradition leistet, vermittelt die Besprechung auch: Den Indianern Respekt zollend, lässt uns Rühle wissen, mache sie dem Leser ihr Schicksal präsent "wie in einem Film". Beim Rezensenten löst das Trauer aus über eine verlorene Kultur.
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