Walter Rüegg (Hg.)

Geschichte der Universität in Europa

Band IV: Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts
Cover: Geschichte der Universität in Europa
C.H. Beck Verlag, München 2010
ISBN 9783406369551
Gebunden, 559 Seiten, 88,00 EUR

Klappentext

Die von Walter Rüegg herausgegebene vierbändige Geschichte der Universität in Europa erscheint in mehreren Ländern und Sprachen. Sie verdankt ihre Entstehung der Europäischen Rektorenkonferenz, die ein internationales Herausgeberkomitee bestellte. Dieses einzigartige gesamteuropäische Projekt, das mit dem Erscheinen des vierten Bandes nun abgeschlossen vorliegt, wird für lange Zeit grundlegend bleiben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.11.2010

Nicht wirklich zufrieden zeigt sich Rezensent Tanjev Schultz mit dem vierten Band dieser von Walter Rüegg herausgegebenen europäischen Universitätsgeschichte, die vom Zweiten Weltkrieg bis zum Ende des 20. Jahrhunderts reicht. Zwar bieten ihm die 16 Beiträge eine Fülle von Zahlen, Fakten und Tabellen, die einen, wie er schreibt, erhellenden Eindruck von der Expansion und der Ausdifferenzierung der akademischen Bildung in den letzten 50 Jahren vermitteln. Aber im Blick auf das Erklären und Ordnen dieser Entwicklung ist der Band nach Ansicht von Schultz eher schwach. Ihm bleibt unklar, was die weitgehend deskriptiven Beiträge, deren Darstellungen er an Strukturen und Akteuren - wie den Studenten, dem Aufbau des Studiums, dem Hochschulmanagement - orientiert sieht, eigentlich über die Geschichte der Universität in Europa aussagen sollen. Wenig findet er in dem Werk auch über den Bologna-Prozess und die wachsende akademische Konkurrenz. Generell fehlt seiner Einschätzung nach eine "gemeinsame Idee" dessen, was Universität eigentlich ist und was sie leisten sollte. Als Dokumentation ist der Band durchaus nützlich, so Schultz. Aber über eine "trockene Bestandsaufnahme" gehe er auch nicht hinaus.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2010

Rezensent Hans-Albrecht Koch begrüßt den vierten und letzten Band der von Walter Rüegg herausgegebenen Geschichte der Universität in Europa. Auch die Beiträge in diesem Band zur Geschichte der Universität in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts finden seine volle Anerkennung. Er schätzt die Klarheit und Nüchternheit der Darstellung sowie den weitgehenden Verzicht auf Wertungen. Zwar werden manche wichtige nationalen Ereignisse aufgrund der europäischen Ausrichtung des Bands laut Koch nur gestreift. Gleichwohl fühlt er sich umfassend über Strukturen der Universität, Auseinandersetzungen, Entwicklungen in den einzelnen Disziplinen informiert. Mit besonderem Lob bedenkt er den Detailreichtum dieser Universitätsgeschichte, die sich für ihn auch durch die "Klarheit des Gedankens" auszeichnet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2010

Vorzüge und Nachteile entdeckt Rezensent Jürgen Kaube in diesem ambitionierten Band, der den Abschluss einer sehr umfangreichen Darstellung der europäischen Universitätsgeschichte darstellt. Den Aufbau des Buchs findet er in seiner Mischung von Überblicksdarstellungen und "Einzelstudien" grundsätzlich schon einmal "schlüssig". Notgedrungen müsse die Präsentation einzelner Fächer an der Oberfläche bleiben. Und selbstverständlich sei die Qualität sehr vom einzelnen Autor abhängig, Kaube hebt die Autoren der Beiträge zur Medizin und Mathematik besonders hervor. Er bemängelt jedoch eine prinzipielle Verspätung des Bandes um rund ein "Jahrzehnt", die - neben dem Alter der Autoren - dazu führe, dass er, anders als erwünscht, über die jüngsten, mit dem Namen "Bologna" verbundenen Entwicklungen wenig Hilfreiches mitzuteilen hat. Immerhin "zum Nachschlagen" sieht der Rezensent das Buch bestens geeignet.
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