"Paganinis Fluch" ist keine musikwissenschaftliche Studie, sondern eine Biografie, die zeigt, wie der italienischer Violinvirtuose und Komponist Paganini (1782-1840) von seinen Zeitgenossen gesehen wurde: Als dämonische Figur, den Romanen E.T.A. Hoffmanns entsprungen, als Mörder und Galeerensträfling, sogar als Sohn Satans - deshalb gab man ihm den Namen "Teufelsgeiger". Die Gerüchte über seine dunkle Vergangenheit begleiten den Virtuosen sein Leben lang. Werner Fuld zeigt, wie diese Legendbildung funktioniert. Anhand der Originaldokumente verfolgt er Paganinis skandalumwitterter Karriere.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.11.2001
Was heute an Paganini interessiert, ist nicht seine Bedeutung fürs Geigenvirtuosentum, sondern seine Rolle als Begründer des "modernen Starbetriebs". Meint Harald Eggebrecht und scheint in Werner Fulds Biografie offenbar genug Anhaltspunkte für diese Ansicht zu finden. Etwa den, dass alle "Dementi und Alibis" an den vielen um Paganini herum schwirrenden Gerüchten nichts änderten. Das Publikum wünschte, in ihm den Geiger zu sehen, der ein Bündnis mit dem Teufel eingegangen war. Nur folgerichtig, dass sein Sohn 26 Jahre um ein christliches Begräbnis zu kämpfen hatte. In Wahrheit jedoch, erfährt man bei Fuld, war Paganini eher ein armer Teufel, eine "qualvolle, von Krankheit und Enttäuschung, Legenden und Verteufelungen geprägte Existenz". Eggebrecht lobt, dass Fuld ein "wohltuend knappes, dabei informatives" Buch geschrieben hat und freut sich, dass er ein paar unbekannte Porträts des Geigers entdeckt hat.
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