Wer war Sabina von Steinbach? Folgt man ihrer Darstellung auf dem Figurenfries im Treppenhaus der Alten Nationalgalerie in Berlin, war sie eine bedeutende mittelalterliche Bildhauerin. Jedoch, wahrscheinlich hat es sie nie gegeben. Warum ist sie dennoch, als einzige Künstlerin überhaupt, Ende des 19. Jahrhunderts in jenen zentralen Fries berühmter Persönlichkeiten aufgenommen worden? Von dieser Frage ausgehend, begannen umfangreiche Recherchen in Bibliotheken, Archiven, Museen, Kirchen und anderen Orten in Deutschland und Frankreich. Widersprüchliche Aussagen und seltsame Theorien aus mehr als vier Jahrhunderten wurden zusammengetragen. Das vorliegende Buch zeichnet diese Suche nach, Irr- und Umwege eingeschlossen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2023
"Von Entdeckergeist getragen" wird Wiebke Elzel bei ihrer Recherche zur Bildhauerin Sabina von Steinbach, bemerkt Rezensentin Sandra Kegel. Dabei lässt sich das Buch nicht einordnen, es ist weder Literatur noch Sachbuch, eher was dazwischen, schreibt Kegel. W., das vermutete Alter-Ego der Autorin, geht dem Sabina-Mythos auf den Grund: eine Frau aus dem 13. Jahrhundert, die Bildhauerin gewesen und etliche Kunstwerke hinterlassen haben soll, die Goethe und Moritz von Schwind inspirierte. Je länger sich W. mit der Figur Sabina beschäftigt, erfahren wir, desto stärker drängt sich der Verdacht auf, es handle sich bei ihr nur um eine Legende. Dass Elzel nicht an einer scheinbar feminstischen Legende weiterstrickt, sondern versucht aufzuklären, hält die Rezensentin für eine größere "Form weiblicher Selbstermächtigung".
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