2 CDs mit 146 Minuten Laufzeit. Als 1603 der 21-jährige Schotte William Lithgow unter dem Fenster seiner Liebsten singt, schneiden ihm ihre Brüder beide Ohren ab. Er entschließt sich in den Orient aufzubrechen, wo unter dem Turban der Verlust der Ohren nicht auffällt. Seine "leidvollen Wanderungen" führen ihn bis nach Arabien, Ägypten, Abessinien. Sein Reisebericht ist einmalig, nicht nur durch seine farbenreichen Schilderungen, sondern mehr durch den Eigensinn dieses Mannes, den weniger die Lust, als ein eiserner Widerwille vorantrieb.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.04.2010
Ein " Meisterwerk der frühen Reiseliteratur" erblickt Wolfgang Schneider in William Lithgows 1632 erschienenem Bericht über seine "wundersamen Irrfahrten", der endlich in deutscher Übersetzung und jetzt auch als gekürzte Hörfassung vorliegt. Das von Georg Deggerich übersetzte und von Roger Willemsen herausgegebene Werk ist für ihn ein mitreißender Abenteuerroman, ein wichtiges historisches Dokument und Kuriosum zugleich. Der Bericht - Lithgow legte auf drei Reisen durch Europa, Nordafrika und Vorderasien 36.000 Meilen zurück - scheint ihm wegen seiner temperamentvollen Art bestens für eine Hörfassung geeignet. Der schimpfend durch die Welt ziehende Autor hat für ihn etwas von Thomas Bernhard. Er lobt ihn als "scharfen Beobachter" und attestiert ihm Witz, klaren Verstand und "Sinn für Situationskomik", die im Hörbuch gut zur Geltung kämen. Gefallen hat Schneider auch die Lesung von Roger Willemsen, der hier "ruhig und eindringlich" vortrage.
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