Wolfgang Pehnt

Städtebau des Erinnerns

Mythen und Zitate westlicher Städte
Cover: Städtebau des Erinnerns
Hatje Cantz Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783775747202
Gebunden, 240 Seiten, 44,00 EUR

Klappentext

Wie kommt es, dass man von Dresden als dem "Elbflorenz" spricht? Und warum wird der Name "Venedig des Nordens" gleich von mehreren Städten - Amsterdam, Brügge, Hamburg, St. Petersburg bis hin zu Stockholm - für sich in Anspruch genommen? Und wo wollte man nicht überall Rom finden? Ob in Konstantinopel, dem sogenannten "Nova Roma" mit seinen sieben Hügeln oder in Moskau, das als "das dritte Rom" gilt? Spannend wird es dann, wenn Städte, die sich auf andere Städte berufen, selbst zu neuen Vorbildern avancieren, wie im Falle von Paris. Ist diese Zitierfähigkeit und -freudigkeit von Städten heute auch noch aktuell? Zu all diesen Fragen nimmt uns der Architekturhistoriker Wolfgang Pehnt in diesem lehr- und aufschlussreichen Band mit. Mit seinem anschaulichen wie prägnanten Schreibstil spürt er den Ursprüngen, Legenden und Vorbildern von Städten nach, von Athen bis Jerusalem. Er lehrt seine Leser Städte lesen wie ein Buch.


Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.05.2021

Der hier rezensierende Architekt Robert Kaltenbrunner lernt vom Architekturhistoriker Wolfgang Pehnt, die Stadt zu lesen, ihre Idee, die sich in Wappen und Münzen, Silhouetten, Portalen, kurz: in Bild und Stein manifestiert. Eigenwillig und profund scheint Kaltenbrunner, wie der Autor sich St. Petersburg, Berlin, Chicago, Moskau, Brügge etc. zuwendet, Zeit und Raum durchquert und Vorbilder, Nachahmer, Rekontextualisierungen ausmacht. Wieso Dresden als Elbflorenz durchgeht, Chicago als Paris, Moskau als Rom, erläutert der Autor laut Rezensent anhand von Planern und Ideen, leider weniger via Zerfall und Scheitern, meint Kaltenbrunner. Herausgekommen ist ein "veritables Fachbuch", das den Legenden der Städte nachgeht, weniger ihren "lebensweltlichen Aspekten", so der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.04.2021

Rezensent Michael Mönninger empfiehlt das Buch des Architekturhistorikers Wolfgang Pehnt nicht nur dem Fachpublikum. Zu lernen ist laut Mönninger anhand von Pehnts enormer Sach-, Quellen- und Ortskenntnis, wie sich westliche Städte in Auseinandersetzung mit Vorbildern wie Rom, Athen und Venedig entwickelten. Über die nur symbolhafte Adaption hinaus beschreibt der Autor laut Mönninger die konkrete Gestaltung etwa des Hamburger Rathausmarktes durch Semper nach venezianischem Vorbild. Dass Pehnt bei seiner Spurensuche mitunter übers Ziel hinausschießt, so bei Washington, wo er römische Elemente zu erkennen meint, verzeiht ihm der Rezensent. Optisch könnten folgende Auflagen dem Buch noch Verbesserungen bringen, hofft Mönninger.

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