Wenn die Maus in der Falle sitzt, wird eine SMS an den Fänger geschickt das ist der letzte Trend bei Mausefallen. Die Geschichte des Fangens dieser Nagetiere beschreibt Wolfhard Klein in seiner Kulturgeschichte. Von den ersten überlieferten Fallen der Ägypter über die Mausefalle als Motiv bei flämischen Meistern bis zur Erotik der Mausefalle die Maus hinterlässt Spuren. Und es wird deutlich: Mensch und Maus verbindet weitaus mehr, als nur der Futterneid.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2011
Oliver Jungens Besprechung der aus Wolfhard Kleins Feder stammenden "Kulturgeschichte der Mausefalle" spart nicht an Beispielen für die Letztgenannten. Unglaubliche Kreativität hat der Mensch in seinem seit der Steinzeit andauernden Krieg gegen Haus- und Feldmaus demgemäß entfaltet. Eher primitive Schlagfallen wichen nach und nach elaborierteren Vernichtungsmethoden, die auf Ersäufung, Strangulierung, Guillotinierung, Erschießung, Vergiftung, Vergasung oder Elektrisierung des unbarmherzig verfolgten Nagers hinausliefen, wie der Rezensent teils belustigt, teils bestürzt konstatiert. Derlei gemischte Gefühle prägen Jungens Ausführungen zufolge auch den Tonfall des besprochenen Sachbuches ("versiert, amüsant und erschreckend"). Eine Abrundung erfahre Kleins "ganz erstaunliche" Berichterstattung über historische Mäusetode durch Erkundungen auf dem Gebiet der Tiefenpsychologie.
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