Zia Haider Rahman

Soweit wir wissen

Roman
Cover: Soweit wir wissen
Berlin Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783827012982
Gebunden, 704 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Sabine Hübner.  Als ein Londoner Banker im Herbst 2008 eines Morgens seine Tür öffnet, erschrickt er angesichts des Landstreichers, der da vor ihm steht. Dann erkennt er seinen verschollenen Kommilitonen Zafar, einst ein vielversprechendes Mathematikgenie. Die beiden Männer verband einmal einiges: beide sind Migrantenkinder aus Südostasien, beide sind sie hochbegabt. Doch es trennen sie auch Welten - der Erzähler stammt aus der gebildeten Elite, Zafars Eltern sind "Unberührbare"… Nun will Zafar eine Schuld beichten, und er nimmt dem Freund das Versprechen ab, der Welt diese Geschichte für ihn zu erzählen. Und der Banker hat viel Zeit, denn auch sein so glanzvoll begonnenes Leben liegt in Scherben, zudem hat er Zafar gegenüber ein schlechtes Gewissen. Also nimmt er ihn auf und macht sich zu seinem Chronisten. Doch schon bald stößt er an die Grenzen dessen, was wir wissen können - über die Welt und letztlich auch über uns selbst.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.08.2017

Zia Haider Rahman weiß in jedem Fall, wovon er spricht, versichert Rezensentin Claudia Kramatschek: In einem Dorf in Bangladesh aufgewachsen, verbringt er seine Jugend in England, studiert schließlich Mathematik in Oxford, wird erfolgreicher Investmentbanker und erlebt doch immer wieder Klassengesellschaft und Heimatlosigkeit, informiert die Kritikerin. Genau davon handelt Rahmans Debütroman, fährt Kramatschek fort, die die Geschichte um einen namenlosen Banker und Ich-Erzähler und seinen inzwischen "heruntergekommenen" Studienfreund und gesprächigen Dialogpartner an W. G. Sebalds Roman "Austerlitz" erinnert. Wenn der Autor schließlich beide Stimmen ineinander blendet, vermag die Rezensentin die Grenze zwischen Monolog und Dialog allerdings nicht mehr klar zu ziehen: Der Roman erscheint ihr hier wie ein kunstfertiges Konstrukt, in dem Rahman Zorn und Scham über die eigene "Ortlosigkeit" ausdrücken möchte - die Gefühle aber durch diesen Kunstgriff auch "auf fatale Weise domestiziert". Gelegentlich wirkt das mit Exkursen zur Mathematik, der Finanzkrise oder dem Krieg in Afghanistan gespickte Buch auf die Rezensentin auch ein wenig "überfrachtet".

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