Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.03.2021 - Design

Couture von Ryunosuke Okazaki. Fotos von Kenji Agata via Dezeen


Bei Dezeen stellt James Parkes die Couturekleider von Ryunosuke Okazaki vor, für die sich die japanische Designerin von der Keramik der Jōmon-Ära (ca. 10.500 - 300 v.u.Z.) und der Shinto-Religion inspirieren ließ: "Die aufwendigen Designs erinnern vor allem an die Töpferkunst der Jōmon-Ära, bei der Gefäße dekoriert wurden, indem man Seile und Spiralen in den nassen Ton presste, um kunstvolle Designs zu schaffen. ... Die JomonJomon-Kollektion ist aus Polyester, Baumwolle und Rippenstrick gefertigt, wobei die Farben Rot, Blau, Schwarz und Weiß als Grundfarben verwendet wurden. Die skulpturalen Formen entstehen durch das Kombinieren und Drapieren von Textilien in geometrische Mustern und Formen. Die kräftigen Farben, gepaart mit kontrastierenden Streifen und Flecken, betonen die Kurven und Konturen des skulpturalen Stoffes. 'Ich habe versucht, es poppig und farbenfroh zu gestalten und dabei moderne Materialien zu verwenden, um die Modellierung der Jōmon-Töpferkunst und des Shinto, die erdig ist, auf moderne Weise auszudrücken', erklärt die Designerin."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.03.2021 - Design

In der NZZ stellt Franziska Müller-Reissmann neue Ideen für kompostierbare Kleidung vor, die leider noch nicht sehr ausgereift wirken. Dabei wäre das dringend nötig: "Der Sektor gilt nicht nur als einer der Hauptverursacher von CO2 und Mikroplastik in der Umwelt, sondern auch als Wasserverschlinger gigantischen Ausmaßes: 8000 Liter werden allein für eine einzige Jeans gebraucht. Und immer häufiger berichten die Medien von prekären Arbeitsbedingungen in Kleiderfabriken und von toxischen Chemikalien, welche von dort aus in Böden und Gewässer fließen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.03.2021 - Design

Marina Razumovskaya porträtiert in der taz den heute in Berlin lebenden Modefotografen Vladimir Sichov, der in den Achtzigern den Jet-Set in vollen Zügen genoss. Besprochen wird ein Bildband über den Marchese Emilio di Capri (taz).
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Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.02.2021 - Design



Eigentlich ist VStitcher nur ein digitales Tool um textilsparend Modeentwürfe auszuprobieren - aber kombiniert mit dem digitalen Schaulaufen in der Coronakrise könnte es glatt ein neues Zeitalter ausrufen, meint Benedikt Herber im ZeitMagazin: die tatsächliche Virtualisierung der Mode, bei der am Ende auch die Kleidungsstücke, die man kauft, nicht mehr am Körper, sondern rein digital getragen werden. Das Label The Fabricant geht diesen Weg bereits und stellt einen Großteil seiner Entwürfe gratis ins Netz, ein Kleid wurde aber auch schon für 9500 Dollar verkauft und ziert nun auf einem Foto die Frau des Käufers. "The Fabricant geht es vor allem um den Umweltgedanken. Hat physische Kleidung doch so viele offensichtliche Nachteile: die Wasserverschwendung bei der Produktion, der Chemikalieneinsatz, der Transport um die ganze Welt, das Müllproblem. Gerade für Designer sind die neuen Möglichkeiten der Computeranimation interessant: War Mode bisher immer an die natürlichen Grenzen einer unvollkommenen Welt gebunden, kann Digital Fashion diese Fesseln nun sprengen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.02.2021 - Design

Nicolas Freund schreibt in der SZ einen kurzen Nachruf auf den Grafikdesigner Bruce Blackburn, der das klassische NASA-Emblem gestaltet hat.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.02.2021 - Design

In der NZZ erzählt die Historikerin Susanna Burghartz eine kleine Geschichte der Verschleierung in Europa, die alles ist, nur keine Geschichte der Keuschheit! Während die Frauen sich im Mittelalter in möglichst hauchzarte Stoffe hüllten, kam es in der Reformationszeit "zu einer ersten Enthüllungswelle in der Mode. Vor allem die Nürnberger Patrizierinnen setzten sich für die neue Mode der Goldhauben ein. Kostbar und raffiniert gemacht, erlaubten sie es, mehr Gesicht und Haar zu zeigen als früher. Während es hier um die Lockerung des Verschleierungsgebots ging, setzte sich im katholischen Spanien zur gleichen Zeit der Humanist und Erzieher Juan Luis Vives für den Zwang zur Entschleierung ein und propagierte ein Verbot für die modische Verhüllung des Gesichts. Er behauptete, wahre Tugend zeige sich nur im unverschleierten Angesicht. Die neue Mode der Vollverschleierung, der sogenannte Tapado, erlaube es frivolen Frauen, ungehindert Männer zu beobachten, ohne von ihnen gesehen zu werden. So erließ Spanien unter Philipp II. am Ende des 16. Jahrhunderts ein Schleierverbot. Ähnlich argumentierten damals auch italienische Moralisten. Doch all das verhinderte die Verbreitung der Verschleierung nicht.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.02.2021 - Design

Wenn FDP-, Grünen- oder SPD-Politiker wahlweise gelbe, grüne oder rote Accessoires tragen, wirkt das als politisches Signal meist plump, findet Tillmann Prüfer in seiner Stilkolumne im ZeitMagazin. Beeindruckender und eleganter findet er, wie sich Politikerinnen in den USA mit Farben schmücken: Violett als Farbe der politischen Annäherung in einem gespaltenen Land oder Weiß als Anspielung auf die Suffragetten: Diese "neue Art, sich politisch zu kleiden, ist raffinierter. Man wählt nicht die Farben der eigenen Organisation, sondern konstruiert Bezüge und macht Anspielungen, die den Betrachter zum Nachdenken anregen. Bis diese Art, sich zu kleiden, in Deutschland ankommt, wird es noch dauern. Bis dahin gucken wir auf Saskia Eskens rote Jacken und hoffen, dass nicht bald die ersten Männer mit weißen Anzügen der Suffragetten gedenken wollen."
Stichwörter: Mode

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.02.2021 - Design

Die frühere Modejournalistin Bandana Tewari erklärt im Gespräch mit dem ZeitMagazin, warum sie aus der Welt des Mode-Jetsets in die Welt des Mode-Aktivismus gewechselt ist: "Eines der größten Probleme ist die Art, wie wir Mode konsumieren", meint sie, da "niemand fragt, wo sie angefertigt wurden, wie viele Hände sie berührt haben, durch wie viele Länder sie gereist ist. Bei einem Kleid von Dior beispielsweise stammen die Stickereien aus Indien, die Verzierungen vielleicht aus Schanghai und zusammengenäht wurde es in einem dritten Land. An einem einzigen Kleid sind so viele Menschen beteiligt - und wir vergessen sie einfach, das verkürzt die Geschichte der Mode auf groteske Art und Weise." Tewari plädiert daher für einen neuen Regionalismus.
Stichwörter: Mode, Tewari, Bandana

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.02.2021 - Design

In der NZZ stellt Jürg Zbinden den Industriedesigner Miguel Lauper vor. Der versteht sich "als Entdecker, in dem das Herz eines Künstlers schlägt, bei dem die Hände eines Handwerkers die Ideen umsetzen, die wiederum der Kopf eines Ingenieurs, man kann auch sagen Erfinders, erdenkt" und der einen "ganzheitlichen Ansatz" verfolgt. "In seinem Bureau Lauper entstehen sowohl Serienprodukte als auch Unikate und Konzepte für Innenarchitektur. Weil ihn überdies Musik begeistert, baute er im Rahmen seines Austauschstudiums an der Écal in Lausanne eine Soundmaschine, das formschöne 'Objet Sonore' aus schwarz glänzender, sanft gewellter Keramik. Es reagiert wie ein Touchscreen und hat eine magische Aura."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.02.2021 - Design

Halima Aden, als Hijabi-Modell bekannt geworden, hat sich im November vom Laufsteg und den Covern der großen Modemagazine zurückgezogen. Sie sah sich von der Modeindustrie zu Kompromissen gezwungen, berichtet Brigitte Werneburg etwas verspätet in der taz, weil ihre Kopfbedeckung immer wieder phantasievoll abgewandelt wurde, wie man hier, hier, hier, hier, hier und hier sehen kann. "Abwandlungen des Hidschabs aber müssen in der Mode zwangsläufig passieren. Denn das Kopftuch kann der Mode nur Thema sein. Grund ist die Geburt der Mode aus dem Geist der Moderne: Mode kennt weder Tracht noch Tradition, noch lässt sie religiöse Kleidervorschriften gelten. In ihrem säkularen, gegen Herkommen und Kirche gerichteten Ursprung findet die Mode ihre emanzipatorische Freiheit, die Opposition von Sein und Schein, von Eigentlichem und Uneigentlichem für nichtig zu erklären und der Lust am Neuen, Unvorhergesehenen, Überraschenden oder Schockierenden zu frönen."

Besprochen wird außerdem die Online-Ausstellung "Dressed to Thrill", die der Berliner Modemacherin Claudia Skoda gewidmet ist (taz).