Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.08.2019 - Design

Uta Eisenhardt berichtet in der taz von einem schönen Schatz (und der Bürde, die damit einher geht), den ihr ihre Schwieger-Oma vermacht hatte: Ganze Stockwerke voll mit Kleiderschränken mit Mode aus allen möglichen Jahrzehnten. Einst lebte die Frau in Breslau, dann musste sie in die Provinz: "Den Frust darüber muss Oma mit immer mehr Kleiderbestellungen kompensiert haben, denn damals ging die begüterte Dame nicht ins Luxus-Kaufhaus, sondern zum Schneider. Mit Stoffen und Schnitten aus dem Westen war sie auch zu DDR-Zeiten stets auf der Höhe der Zeit. Selbst die Plastik-Modesünden der Sechziger und Siebziger machte sie mit. Erst nach der Wende - da war ihr Mann gerade gestorben und Oma mittlerweile Mitte siebzig - kleidete sie sich eher pragmatisch in Hose, Bluse und Blazer, alles in gedeckten Farben, möglichst weit und bequem."
Stichwörter: Mode

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.08.2019 - Design

In der NZZ stellt Urs Hafner Roman Wilds im eigenen Haus erschienene Dissertation über die Geschichte des Schweizer Schuhmarkts vor.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.08.2019 - Design

Marion Löhndorf würdigt das Schaffen von Kate Moss, die gerade ihr Comeback in einer Kampagne für Alexander McQueen (mehr dazu hier) feiert. "Dass sie der Mode zur Muse wurde, war klar. 'Niemand in Großbritannien beeinflusst den Stil so sehr wie Kate Moss', urteilte die BBC und meinte damit die Art, wie sich das Model privat kleidete", denn "als man sie am Musikfestival in Glastonbury in äußerst knappen Hot Pants mit Gummistiefeln durch den Matsch waten sah, wurde auch diese kühne Kombination zum viel nachgeahmten Look. ... Sie verkörperte 'Cool Britannia', vereinte vieles auf sich, was die rebellische, hedonistische Seite ihres Landes einmal so anziehend machte. Ein bisschen unkonventionell in Aussehen und Habitus - sie scherte sich nicht um das, was erwartet wurde und schicklich war -, ein bisschen dekadent und sehr sexy. Und dabei extrem und anhaltend erfolgreich."

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Stichwörter: Moss, Kate

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.08.2019 - Design

"Mode ist ein schwieriges Geschäft geworden", schreibt Brigitte Werneburg in ihrem taz-Bericht vom Nachwuchsdesigner-Wettbewerb International Talent Support in Triest. Der Klimawandel hat auch Folgen für die Ressourcen klassischer Kleidungsproduktion, weshalb der Nachwuchs händeringend nach Alternativen Ausschau hält: Noch nie gab es hier so viel Upcycling zu sehen. Etwa Corrina Goutos, die ihre "hybriden Schmuckstücke, gefertigt aus BIC-Feuerzeugen, IT-Abfällen, Plastiktuben und natürlichem Material wie etwa Muscheln" als "Fossilien der Zukunft" bezeichnet. Oder Rafael Kuoto, der "seine grandiosen Stücke ausschließlich aus Stoffen und Materialien fertigt, die von den Herstellern aussortiert wurden. ... Dass Kleidung primär nicht mehr zerlegt wird, um etwa die Morphologie des traditionellen Anzugs in Frage zustellen und neue Formen zu entwickeln, sondern um Reste zu retten und Material und Handwerk achtsam einzusetzen, ist ein wesentlicher Aspekt, der hier deutlich wird. Er unterscheidet aktuelle Entwurfskonzepte von der sogenannten Mode nach der Mode."

Außerdem bespricht Katharina J. Cichosch ein Buch über den Modedesigner Marc Jacobs.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.07.2019 - Design

Sarah Pines meditiert in der NZZ über die Geschichte von Camp und wie Camp in der heutigen Modeszene wieder ein Comeback feiert: "Der Weg, den der Camp beschritt - von der Aristokratie zuerst zum dekadenten Großbürger, dann zu den Kreativen und schließlich als Businessmodell des Mainstreams -, war am eindrücklichsten an der Met Gala zu sehen. ... Die exklusiven Gäste des amerikanischen Showbiz waren angehalten, in campy Kleidung zu erscheinen. Das Resultat: kostspielige Mode auf einer Skala von schrill-karnevalesk bis fad. 'Intending to be camp is always harmful', hat Susan Sontag schon vor Jahrzehnten geschrieben. Das Problem des Camp war stets die Kluft zwischen der hippen Szene und dem Rest der Gesellschaft. Er wandelte sich, er war immer neu, anders, frivol, aber großzügig und sensibel nur sich selbst gegenüber. Ist Lady Gaga denn ebenso campy wie Oscar Wilde?"

Für das ZeitMagazin plaudert Louis Lewitan mit dem Modedesigner Paul Smith, der überhaupt nur durch einen Unfall zu seiner Profession fand.
Stichwörter: Camp, Aristokratie, Modedesign

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.07.2019 - Design

Besprochen wird Sandra Rendgens und Julius Wiedemanns Bildband "History of Information Graphics" (Literarische Welt).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.07.2019 - Design

Kleidung von Neonyt. Bild: Instagram
Völlig begeistert berichtet Marina Razumovskaya von der Berlin Fashion Week: "Die nachhaltige Mode ist in eine neue Phase getreten", jubelt sie in der taz. Großartig fand sie die trotz Vormittagstermin bestens besuchte Präsentation der Neonyt, des Global Hub für Mode, Nachhaltigkeit, Innovation", wo es vor allem um Wasser ging, "denn Wasser ist ein zentrales Thema nachhaltiger Mode. Ein normales T-Shirt aus Baumwolle verbraucht 2.000 Liter Wasser, bis es existiert. (Ein Kilo Rindfleisch 14.000 Liter.) Hauptthema zwei: Denim, der Jeansstoff, der sich so herrlich kombinieren lässt mit eleganten Einsätzen aus anderen Materialien, Wolle, Cord oder Seide. Diese Form der Nachhaltigkeit erinnert mich an das Moskau meiner Jugend. In den 1980ern sah man oft Leute, die sich Röcke aus alten Jeans gemacht hatten und durch genialen Besatz und Einsatz anderer Materialien ganz neue Dinge schufen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.07.2019 - Design

Schautafel der Firma Algalife, die Renana Krebs mitbegründet hat


Auf der Berlin Fashion Week dreht sich alles um Nachhaltigkeit, stellt tazlerin Marina Razumovskaya fest. Die Ideen sind aussichtsreich: "Faire Bio-Baumwolle ist da nur das Altbekannte. Unbekanntere Dinge tauchen auf: etwa die erstaunliche Idee von Renana Krebs, die Mode mit Stoffen und Farben aus Algen macht. ... Oder Stoffe aus Brennnesselfasern, ein Pilotprojekt des Leibniz-Instituts für Agrarechnik und Bioökonomie Potsdam (die wohl noch nicht auf der Neonyt vertreten ist). Dazu kommen neue Techniken, Fasern zu recyclen. Berlin und seine Modemessen sind auf dem guten Weg, zum Pionier für nachhaltige Mode zu werden."

An Würdigungen der DDR-Zeitschrift Sibylle herrschte in den Feuilletons in den letzten Jahren kein Mangel: Sharon Adler erinnert in der Jungle World anlässlich einer Ausstellung im Berliner Willy-Brandt-Haus an das ästhetisch wagemutige Magazin und sprach außerdem mit der Fotografin Ute Mahler. Als Modezeitschrift konnte man sich ganz gut durchlavieren, erklärt sie: "Wir waren privilegiert in dem Sinn, dass wir unsere Arbeit machen konnten, wie wir sie machen wollten. Und das hat damit zu tun, dass die Sibylle, die in einer Auflage von 200.000 erschien, eine Modezeitschrift war, die von den Verantwortlichen nicht wirklich ernst- und wichtig genommen wurde. Ich glaube, die haben sich einfach gedacht: 'Lasst die mal ein bisschen spielen.'" ... Natürlich gab es auch Bestrebungen, alles ein bisschen optimistischer zu zeigen. Dass das Umfeld so grau war, ist uns gar nicht in dem Maße aufgefallen, schließlich haben wir dort gelebt und es war unsere Realität. Manchmal äußerte die Chefredaktion allerdings schon ihre Wünsche und es hieß: 'Warum geht ihr denn nicht mal in die schönen hellen Neubauviertel?'"

Johanna Schmeller hat für die taz in Brüssel eine Ausstellung über Audrey Hepburns Kleiderstil besucht. Deren Filme boten "dem Existenzialismus eine modische Bühne. Hepburn trägt schwarze Rollkragenpullover, Trenchcoats mit auf dem Rücken geschlossenem Gürtel, 7/8-Hosen zu Slippern. Sie begründet einen neuen Frauentyp: kurze Haare statt ondulierter Mähne, definierte Schultern statt Dekolleté."

Weiteres: In der NZZ blickt Sabine von Fischer zurück auf Jonathan 'Jony' Ives Zeit als Chefdesigner von Apple (mehr dazu hier).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 29.06.2019 - Design

In der NZZ stellt Sarah Pines fest: Frauen haben keine Angst mehr, dass sich Brustwarzen abzeichnen oder der einst gefürchtete "Cameltoe", wenn sich also die äußeren Schamlippen unter eng anliegenden Hosen abzeichnen. Im Gegenteil: Leggings zeigen alles, und das wird "ausdrücklich gewünscht, bewusst herbeigeführt und selbstbewusst getragen, zumindest aber billigend in Kauf genommen. Es gibt das Hashtag #cameltoetuesday und Unterhosen mit eingenähten Schamlippenkissen zur Verstärkung der Optik. ... Der Camel-Toe ist aggressiv, karnevalesk, ein Statement, ein Affront für den Blick, eine seltsame Provokation, die Männer in den Nicht-Blick zwingt, denn Hinschauen ist ein No-Go, würde Aufdringlichkeit und Anzüglichkeit bedeuten. Der Camel-Toe zeigt, dass sich das Blatt gewendet hat, dass die Vagina dentata nicht mehr nur imaginäre, sondern reale männliche Angstphantasie geworden ist: Willst du enden wie Weinstein oder Levine? Dann schau besser weg."

Alle sind sich einig: Mit Jonathan "Jony" Ives Weggang von Apple geht eine Ära nicht nur der Konzern-, sondern auch der Designgeschichte zu Ende. Zwanzig Jahre lang hat Ive Produktionsdesign und Anmutung der Apple-Produkte geprägt. "Sein Abschied von Apple ist der größte Verlust seit dem Tod des Mitgründers Steve Jobs. Und der größte Glücksfall", schreibt Hannes Schrader auf ZeitOnline, denn "er führte mit seinen Ideen die Produkte zuletzt teilweise so weit, dass die Idee mehr zu zählen schien als das Produkt." Schließlich "machten seine Neuerungen die Geräte zum Teil schlechter: Die flachen iPhones verbogen sich plötzlich in den Taschen ihrer Besitzer, die Akkulaufzeit nahm nicht zu, weil die Akkus, genau wie die Geräte, immer flacher wurden."

Ive und Apple haben sich selbst eine Innovations-Fallgrube gebuddelt, schreibt Jörg Häntzschel in der SZ: Ive "war rastloser Innovator. Gleichzeitig sollte jedes seiner Produkte einen Grad der Perfektion erreichen, der weitere Innovation erübrigte. Darin liegt einer der Gründe dafür, dass die Verkaufszahlen des iPhones in den letzten Monaten erstmals gesunken sind. Die Leute sahen keinen Grund, ein neues zu kaufen. Das alte lief ja noch bestens." Und "mit jedem Schritt hin zu noch konsequenterem Minimalismus reduzierte Ive auch seine Gestaltungsmöglichkeiten."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.06.2019 - Design

Für den Freitag berichtet Jenni Zylka von einem Abend mit Sarah Wagenknecht und Wolfgang Joop, die über "Mode und Politik" diskutierten.