Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.02.2020 - Design

Energie animale. Bild: Museum für Gestaltung, Zürich

Der Mensch trägt nicht nur gerne Kleidung tierischen Ursprungs, er verziert seinen Alltag auch gerne mit Darstellungen von Tieren, schreibt Claudia Mäder in der NZZ nach Besuch der Ausstellung "Energie animale" im Museum für Gestaltung Zürich. "Die Funktionalität der tierischen Materialien ist immer nur eine Seite der Sache. Denn etliche Formen und Farben, die draußen in der Natur auftreten, bestechen auch durch ihre schiere Schönheit, und also versucht der Mensch, der Mächtige, die Pracht auf sich zu übertragen. Leicht kann es komisch wirken, wenn er sich so mit fremden Federn schmückt, Hütchen aus halben Vögeln auf dem Kopf trägt oder mit Mokassins im Schlangenstil durch die Stadt pirscht. Nicht selten aber gelingt der Transfer; diverse Mäntel und Kostüme zeugen in der Schau davon. Dass diese Aneignungsprozesse zuweilen blutig verlaufen und ethische Fragen aufwerfen, verschweigt das Museum nicht."
Stichwörter: Tierdarstellungen

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.02.2020 - Design

Eher poppig als puppig: Andreas Kronthaler for Vivienne Westwood, Advertising Campaign, FW 18/19 © Juergen Teller

Anne Feldkamp führt im Standard durch die große Überblicksschau, mit der sich das Wiener MAK der Geschichte der österreichischen Mode widmet: "'Bloß keine klassisch brave Kostümausstellung mit großer Puppeninszenierung und distanzschaffenden Schauvitrinen' habe man im Sinn gehabt, hatte das Kuratorenduo Ulrike Tschabitzer-Handler und Andreas Bergbaur im Vorfeld erklärt. Tatsächlich ist Show Off eher eine poppige als puppige Angelegenheit geworden.
Stichwörter: Österreichische Mode

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.02.2020 - Design

Besprochen wird die große Charlotte-Perriand-Ausstellung in der Fondation Louis Vuitton in Paris (taz, mehr dazu bereits hier und dort).
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Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.02.2020 - Design

Das Modedesign hat auf der verzweifelten Suche nach einen bisschen Rest-Distinktion die von nutzlosen Ornamenten durchsetzte Ästhetik des Ramschs für sich entdeckt, erklärt tazlerin Katharina J. Cichosch, die sich beim Anblick mancher aktuellen Kollektion wieder in jene Zeit zurückversetzt sieht, als Mutti die Kleidung mangels finanzieller Mittel aus dem Wühlkorb holte: "Manche Farbschöpfungen der letzten ein, zwei Jahre erschienen tatsächlich als regelrechter Verzweiflungsschrei im Textildickicht: ungesund schimmerndes Orange und ätzendes Grün, kaum knallig genug, um jemals Neon gewesen zu sein, das jegliche Aussicht, irgendwann einmal ernst zu nehmender Trend zu werden, schon mit dem Eintritt in die Warenwelt selbst zu Grabe getragen hat." Doch wenn im Zuge fortlaufender ironischer Manöver "alles nur noch eine endlose Reihung von Insider-Jokes bleibt und nichts eine gewisse Durchschlagskraft erreicht, spricht man dann überhaupt noch von Mode? "

Dazu passend stellt Patrick Wagner die Arbeiten des Modedesigners Jonny Banger vor, der sich schamlos bei den Logos und Designs anderer Marken bedient, seine Entwürfe dann für Schleuderpreise auf den Markt wirft und sich damit bislang erstaunlich wenig Probleme eingehandelt hat.
Stichwörter: Modedesign, Ramsch

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.01.2020 - Design

Der finnische Werkzeughersteller Fiskars hat seine erste Modekollektion herausgebracht: Streetwear, die sich auch gut fürs Arbeiten im Garten eignet, erzählt Jennifer Hahn in Dezeen. "Die 11-teilige Kollektion wurde von Maria Korkeila, Absolventin der Aalto Universität, entworfen und diesen Monat bei den Herrenmodeschauen in Florenz präsentiert. Sie bietet multifunktionale Unisex-Mode und Accessoires, darunter eine Jacke mit stechsicheren Taschen, deren Ärmel, Saum und Kapuze abnehmbar sind, um sie in eine Weste zu verwandeln, oder einen Werkzeuggürtel, der sich in eine Gürteltasche verwandeln lässt. 'Wenn man sich die Produkte von Fiskars anschaut, dann sind sie poliert, stromlinienförmig und hochfunktionell, ohne irgendein schischi', sagte Korkeila zu Dezeen. 'Manchmal sind sie sogar futuristisch, aber gleichzeitig vertraut, verwurzelt in Tradition und Geschichte. Sie sind zeitlos, progressiv und traditionell zugleich. Ich wollte diese Idee aufgreifen und in Kleidung umsetzen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.01.2020 - Design

In der NZZ bespricht Oliver Herwig die Ingo-Maurer-Ausstellung in der Münchner Pinakothek der Moderne (mehr dazu bereits hier).
Stichwörter: Maurer, Ingo, Lichtdesign

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.01.2020 - Design

Raumteiler von Schönbuch
Max Scharnigg hat für die SZ die Kölner Möbelmesse besucht, die sich noch vom Bauhausjahr erholen muss. Also: weniger Aussteller, weniger Käufer. Schöne Designs findet Scharnigg dennoch. Und einen Trend zu Möbeln für kleine Räume, die multifunktional sein müssen: "Was heute noch Platz in den beengten Räumen beansprucht, muss sein Dasein mehrfach rechtfertigen. So kann es auch geschehen, dass ein Hersteller wie Schönbuch - aus dem hintersten Franken und Experte für Diele und Garderobe - zum umschwärmten Fixpunkt wird. Wer schon immer raffiniert kleinste Grundrisse einrichtete, hat in Zeiten akuter Raumknappheit eben einen echten Wissensvorsprung."

Stefan Rebenich besucht für die FAZ den Heidelberger Garten von Max Weberl, denn: "Ohne die großartige Inszenierung der Natur, die künstlerische Ausgestaltung des Gartens und die intentionale Erinnerung an seine soziale Funktion wäre der spätere Mythos um den legendären Sonntagskreis nicht denkbar."
Stichwörter: Kölner Möbelmesse

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.01.2020 - Design

"Berlin wird langsam zum Hauptort für Streetwear und Nachhaltigkeit", verkündet unverdrossen tazlerin Marina Razumovskaya zu Beginn der Berlin Fashion Week: "Spektakuläre Shows sind inzwischen nur ein kleiner Teil der Fashion-Week-Miete. Immer wichtiger werden die Messen und Konferenzen." Bei der Konferenz "Neonyt Fashion Sustain" etwa "werden sich industrielle Akteure über technologische Innovationen, nachhaltige Techniken und Marktstrategien austauschen. ... Dort sollen dann auch so futuristisch-wissenschaftliche Dinge diskutiert werden wie: 'Future Infrastructures for Circularity', also Verkehrswege für die Kreislaufwirtschaft; oder: 'How to Detox an Industry - looking back and looking forward', also Methoden, wie man die Kleidungsindustrie entgiftet."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.01.2020 - Design

Ein wenig erschöpft kommt Katharina Rustler (Standard) aus der großen Thonet-Ausstellung im Wiener Mak, die ihr nur wenige Überraschungen bietet: "Der Schaukelstuhl Erlkönig zum Beispiel, den Sessel in Form eines Schuhs von Birgit Jürgenssen oder der eines Kleiderständers von Uta Belina Waeger durchbrechen die irgendwann ermüdende Abfolge von Sitzmöbeln."
Stichwörter: Thonet

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.01.2020 - Design

Ein Bol für die königliche Milch: der Bol Sein von Jean-Jacques Lagrenée le Jeune und Louis-Simon Boizot
Bettina Wohlfarth hat für die FAZ die französische Porzellanmanufaktur in Sèvres besucht, wo derzeit der Keramiker und Glasurkünstler Emmanuel Boos für mehrere Jahre residiert, um mit der Werkstatt neue Designs auszuprobieren: "Das Museum zeigt, angefangen bei der Prähistorie, Keramik aus aller Welt, vor allem aber die eigene Geschichte bis hin zu den jüngsten Werken. Hier sind die legendären Sèvres-Werke zu sehen - wie der 'Bol-sein' auf seinem mit Ziegenköpfchen dekorierten Dreifuß, ein Geschenk von Ludwig XVI. an Marie-Antoinette. Angeblich wurde die von Jean-Jacques Lagrenée entworfene 'Busenschale' von deren Brüsten abgeformt; die Königin trank daraus ihre Morgenmilch."

Außerdem: Angela Schader verteidigt in der NZZ die weibliche Handtasche gegen ihre Kritiker.