In Tschechien angelaufen ist der neue Kinofilm des Regisseurs Bohdan Sláma, der sich mit "Krajina ve stínu" (Schattenlandschaft) an ein schmerzhaftes Kapitel tschechisch-deutscher Geschichte gewagt hat. Es geht um ein Dorf im südböhmischen Grenzgebiet in den gewaltvollen Zeiten von 1939 bis Anfang der Fünfzigerjahre. Als Vorbild gilt das Dorf Tušť/Schwarzbach, in dem es zu Kriegsende zu brutalen Racheaktionen der Revolutionsgarden kam, auch zur Ermordung von tschechischen Dörflern, die sich nicht klar vom Deutschen Reich distanziert hatten. Die tschechischen Kritiker sind sich weitgehend darin einig, dass der Film (trotz hier und da kleinerer Beanstandungen in der künstlerischen Umsetzung) einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der eigenen Geschichte darstellt. In seiner Schwarz-Weiß-Stilisierung wirke der Film fast roh, meint Jana Podskalská, der Betrachter folge ihm wie einem antiken Drama: "Wie von außen blicken wir auf die menschlichen Dramen … das Volksgericht im Keller, die tschechisch-deutschen Zerwürfnisse innerhalb einer Familie" - offenbar ein Versuch der Schöpfer, über der Geschichte zu stehen, den Gefühlen der Zuschauer Zeit zu geben und zu keiner der beiden Seiten zu tendieren - "was angesichts des heiklen Themas im Grunde die einzig mögliche Lösung ist." Die Rezensentin sieht in diesem Film jedenfalls einen Fehdehandschuh, "all jenen hingeworfen, die dem Thema aus dem Weg gehen und glauben, es sei nicht nötig, sich damit zu beschäftigen. Es ist aber vielleicht an der Zeit, mehr Licht in unsere Schattenlandschaften zu bringen."
Von deutscher Seite habe es übrigens kein Interesse an einer Koproduktion gegeben, so steht an anderer Stelle zu lesen, für die Deutschen sei das Thema Krieg und Vertreibung schon durch. Hier der Trailer für einen Eindruck:
"Die Musik ist am Ende", meint Petr Janda, Frontmann der legendären tschechischen Rockband Olympic, auf die Frage, wie sich die Szene während des 50-jährigen Bestehens der Band verändert habe. "Ganz sichtlich ist die Musikszene weltweit erschöpft. Schon die Tatsache, dass so viele Leute zu Revival-Konzerten gehen, zeigt, dass da was nicht stimmt. Wie kommt es, dass man sich lieber ein Revival anhört als Originalmusik? Offensichtlich berührt eine echte Band nicht mehr genug. Die Musik ist in eine seltsame Phase geraten, in der sich verschiedene Genres vermischt haben - eine komische Mischung, die nichts Eigenes erschafft und meistens auch stilistisch nicht interessant ist. Es ist, als würden sich alle im Kreis drehen. Eine Band, der es gelingt sich durchzusetzen, hat nur ein oder zwei Hits, dann ist es schon wieder vorbei, weil sie nicht mehr bieten kann. Es ist keine einfache Zeit. Wir profitieren davon in gewisser Weise, weil wir zum Teil unser eigenes Revival sind … haha. (…) Meiner Meinung nach ist das alles so seit der Zeit von "Nirvana" - ich glaube, das war die letzte Band von Format. (...) So eine Krise kann gut noch zwanzig Jahre dauern. Deshalb nimmt Pop- und Diskomusik zu, während der Rock dahinsiecht. Aber das sind so Sinuskurven, die kommen und gehen …"
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