Aus dem Englischen von Helmuth A. Niederle. Ein afrikanischer Mann, der seit Jahren in England lebt und sich dort eine Existenz aufgebaut hat, kehrt auf absehbare Zeit in seine Heimat - Sansibar - zurück, um nach langer Abwesenheit seine persönlichen und kulturellen Wurzeln einer Überprüfung zu unterziehen. Den Erwartungshaltungen seiner Familie und seiner einstigen Lebenswelt kann und will er aufgrund seines Perspektivwechsels, den er in Europa vollzogen hat, nicht mehr entsprechen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2001
Nach Heinz Hug hat Gurnah hier ein weiteres Mal unter Beweis gestellt, was für ein "exzellenter Erzähler" er ist. Besonders gut gefällt dem Rezensenten, wie sehr Gurnah Anteil an den Figuren nimmt und mit welch "souveränem Umgang" er die literarischen Techniken handhabt. Die Figur des Ich-Erzählers etwa hat Hug besonders beeindruckt, weil dieser zwar einerseits über eine "reiche Innenwelt" verfügt, doch dieses Innenleben - bedingt durch die kulturelle Entfremdung - nur bedingt vermitteln kann. Hug vergleicht Gurnah auch mit anderen aus Afrika emigrierten Autoren und stellt fest, dass es Gurnah weniger als einigen seiner Kollegen um Rache oder Protest gegen den Kolonialismus geht, sondern um die "Akzeptanz, zumindest Duldung durch die Engländer". Die Sprache Gurnahs lobt der Rezensent als "unprätentiös, aber eindringlich". Darüber hinaus werde vom Autor ein "vielfältiges, mitunter auch humorvolles Bild der Kulturdifferenz und -begegnung" gezeichnet.
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