Brutale Initiationsriten, Fehlentscheidungen unter Angst und Stress, kaum zu bewältigende Aufgaben in Auslandseinsätzen: Die Bundeswehr sieht sich Herausforderungen gegenüber, für die sie weder die Ausbildungs- noch die Managementstrukturen hat und vor allem nicht das psychisch und physisch vorbereitete Personal. In seinem provokanten Buch zeigt Achim Wohlgethan die Innenansicht einer Armee, die weder den Anforderungen von Freiheit, Verantwortung, Offenheit gerecht wird noch die Aufgaben in einer globalisierten Welt erfüllen kann und der es vor allem an wehrpolitischen Konzepten, personeller Ausstattung und politischer Führung mangelt. Die Missstände werden anhand hunderter Aussagen von Soldaten, Angehörigen und Politikern belegt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.09.2011
Winfrid Vogel, Brigadegeneral a.D., hat das Schwarzbuch Bundeswehr des Ex-Offiziers Achim Wohlgethan überwiegend zustimmend gelesen. Schwarzbücher haben es an sich, das Negative ins Zentrum zu rücken. So nach Ansicht von Vogel auch das vorliegende Werk. Ihm missfällt zwar der reißerische Klappentext und das Vorwort, in denen es von "knalligen Pauschalbehauptungen" nur so wimmelt. Im weiteren Verlauf allerdings scheint ihm das Buch durchaus sachlich und klar, etwa wenn die Sach- und Rechtslage oder die handelnden Institutionen und das Gefüge der vielen nationalen und Nato-Institutionen beschrieben werden. Und auch Wohlgethans lange Liste von Fehlern, Mängeln, Versäumnissen - von der mangelhaften Ausstattung und Ausrüstung der Bundeswehr über rechtliche Unklarheiten beim Afghanistan-Einsatz und Unklarheiten in der Auftragstellung bis hin zur Unkenntnis der Politik, der überbordenden Bürokratie und der Medienberichterstattung - ist nach Ansicht des rezensierenden Brigadegenerals a.D. im wesentlichen richtig.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2011
Weit übers Ziel hinaus geschossen scheint Reiner Pommerin dieses "Schwarzbuch Bundeswehr" von Achim Wohlgethan. Dass der einsatzerprobte frühere Stabsunteroffizier Anerkennung und Respekt für die Truppe fordert, scheint ihm zwar sehr berechtigt. Auch die vom Autor angeprangerten Missstände beim Bund findet er "beklagenswert". Aber die dann folgenden Attacken auf Politik, Wirtschaft und militärische Vorgesetzte sind in seinen Augen höchst pauschal und insgesamt maßlos. Missfallen hat ihm zudem der polemische Ton des Autors. Sein Fazit: ein Buch, das der Sache der Bundeswehr nicht dienlich ist.
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