Ehemalige Bundeswehrsoldaten verdingen sich bei der amerikanischen Söldner-Firma Blackwater, Ex-Polizisten der GSG 9 verkaufen ihr Know-how an den libyschen Staat. Deutsche Söldner sind eine heiß begehrte Ware. Der Bundeswehr-Experte und Kriegsreporter Franz Hutsch hat in den Krisengebieten der Welt recherchiert und bringt Licht ins dunkle Geschäft mit der Sicherheit, in dem Deutsche eine immer größere Rolle spielen. Auch die Bundeswehr leistet ihren Beitrag. Nicht nur, dass sie ausscheidenden Soldaten eine "zivile" Ausbildung im Sicherheitsbereich finanziert und so in die Arme der Söldner-Firmen treibt: Die Bundeswehr kooperiert bereits heute mit privaten Militärfirmen, weil sie mit ihrer neuen Rolle als flexible Einsatzarmee überfordert ist.
Als Vorlage für eine Sondersitzung des Bundestages hat Rezensent Thomas Speckmann dieses Buch des ehemaligen Bundeswehr-Offiziers und jetzigen Kriegsreporters Franz Hutsch gelesen. Ihm hat er entnommen, dass nicht nur amerikanische und britische Söldner in den Kriegsgebieten des Mittleren Ostens ihr Wesen beziehungsweise Unwesen treiben, sondern auch deutsche. Auf mittlerweile 3000 schätzt der Autor nach Informationen des Rezensenten ihre Zahl, in Afrika sollen noch einmal weitere 1000 Söldner unterwegs sein. Dabei heuern die ehemaligen Fallschirmjäger oder Militärpolizisten nicht nur bei ausländischen Firmen an, auch in Deutschland selbst entstehen mittlerweile solche Firmen, wie etwa die - in Bielefeld (!) ansässige Firma Praetoria. Nicht unwahrscheinlich findet der erschrockene Rezensent angesichts des expandierenden Marktes Hutschs Szenario, wonach bald ganze Kriege allein von Söldnerfirmen geführt werden können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2009
Einen zwiespältigen Eindruck hat Franz Hutschs Buch über den Einsatz von deutschen Söldnern bei Rezensent Wilfried von Bredow hinterlassen. Instruktiv und spannend scheint ihm das Buch immer dann, wenn der Autor - ehemaliger Bundeswehroffizier, jetzt Kriegsreporter - von den Kriegsschauplätzen im Balkan, in Sierra Leone, im Irak und in Afghanistan berichtet, die er aus eigenem Erleben kennt. Kritisch betrachtet Bredow dagegen den Aufbau des Buchs, seinen allgemeinen Teil und vor allem seine "reißerische Vermarktungsthese", die schon im Titel "Exportschlager Tod" anklingt. In diesem Kontext moniert er eine Reihe von falschen, plakativen und spekulativen Aussagen. Außerdem gelingt es Hutsch seines Erachtens nicht, das Phänomen des Aufstiegs privater Sicherheitsfirmen "ernsthaft" zu analysieren.
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