Die Zeitungstexte von Adelheid Duvanel zeigen eine bisher unbekannte Seite dieser Meisterin der kleinen Form. In den 1960er- und 1970er-Jahren arbeitet sie als freie Kulturjournalistin und schreibt zahlreiche Feuilletons und Kolumnen für die angesehenen "Basler Nachrichten" sowie - unter dem Decknamen Martina - für die Gratiszeitung "Doppelstab". Diese Texte faszinieren durch ihren Facettenreichtum, von präzisen Alltagsbeobachtungen, persönlichen und zeitkritischen Bemerkungen bis hin zu fantastischen Szenerien mit fließendem Übergang zu Erzählungen. Sie kommen oft leichtfüssig und ironisch daher, spielen im Bus, auf der Straße oder im Café und handeln von den Abenteuern und Abgründen des Alltäglichen.
Rezensent Leander Berger freut sich, dass sich der Limmat Verlag der Aufgabe angenommen hat, die Texte von Adelheid Duvanel in einer Werkausgabe wieder zugänglich zu machen. In "glasklarer" Sprache schafft sie es, einen ganzen Menschen in nur einem einzigen Satz zu charakterisieren, staunt Berger, jetzt liest er ihre feuilletonistischen Texte, die einen wunderbaren Einblick in ihre von großen Nöten geprägte Schreibsituation ermöglichen. Neben Kolumnen über das Basler Stadtleben und aufschlussreichen Auseinandersetzungen mir Robert Walser und Kafka beeindruckt den Kritiker vor allem der Text, den Duvanel über ihre langen Psychiatrieaufenthalte geschrieben hat und in dem es heißt, "die Sonne hält sich eine graue Wolke wie einen Pudel." Ernst, aufmerksam und einfach schön sind diese Texte, so sein Resümee.
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