Das Schriftschaffen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird massgeblich mitgeprägt von Adrian Frutiger, dem Schweizer Schriftgestalter in Paris. Seine Schriften gehören zu den erfolgreichsten Klassikern der Gegenwart. Mit dem Schriftkonzept Univers wird Adrian Frutiger Ende der 1950er Jahre international bekannt. Einen wesentlichen Aspekt seiner Tätigkeit bildet dabei die satztechnische Entwicklung. In den 1970er Jahren setzt er mit der Beschriftung des Flughafens Paris-Roissy einen Standard für Signalisationsschriften. Leicht überarbeitet feiert die Schrift unter dem Namen Frutiger großen Erfolg als Satzschrift. Seine maschinenlesbare Schrift OCR-B, die auf Einzahlungsscheinen, Reisepässen, Kreditkarten und als ISBN-Nummer bei Büchern Verwendung findet, wird zum offiziellen ISO-Standard. Auch seine weiteren, Ende der 1980er Jahre entstandenen, serifenlosen Schriften Avenir und Vectora zeichnen sich durch hervorragende Leserlichkeit aus und prägen seinen Ruf als Mr. Sans Serif.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.08.2009
Martin Z. Schröder zeigt sich begeistert von der Herausgabe des Schriftwerks von Adrian Frutiger. Für ihn ist das Buch das "umfassendste" seiner Art, denn es erzähle neben biografischen Details (der Schriftsetzer Frutiger arbeitete am Buch mit) vor allem die ganze Geschichte der Schrift - von deren Anfängen über die revolutionäre Drucktechnik bis hin zum heutigen Gebrauch vieler verschiedener Schriftarten am Computer. Einige davon entwickelte Frutiger selbst, etwa Univers oder Avenir, und er erzählt von ihrer mühseligen Entstehung. Die Originalzitate wurden von den Herausgebern ergänzt und in einem Fußnotenkonvolut zusammengestellt, das den Rezensenten und seiner Meinung nach alle Interessierte "vor Freude Luftsprünge" machen lässt. Dankend verneigt er sich vor den Herausgebern.
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