Aus dem Französischen von Horst Lothar Theweleit. Fama Doumbouya ist der letzte Spross eines alten, ehemals reichen und stolzen Malinke-Fürstengeschlechts. Verarmt und geschlagen mit der schlimmsten Geißel des traditionellen Afrika, der Unfruchtbarkeit, lebt er mit seiner Frau Salimata in der Hauptstadt. Angewidert von den Machenschaften der korrupten Führungsschichten verteidigt er aber noch immer wütend den Geist der großen Händler und Hauptleute, die schöne Welt der alten Fürstentümer. Als sein Cousin stirbt, wird ihm noch einmal die Übernahme der Herrscherwürde angetragen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.03.2005
Bevor Heinz Hug sich Ahmadou Kouroumas neuaufgelegtem Debütroman widmet, hebt er erst einmal die Leistung der Lektorin Gudrun Honke hervor, die die "zahme und umständliche" Übersetzung Horst Lothar Theweleits aus dem Jahr 1978 nun in "adäquates Deutsch" übertragen habe. So könne man zumindest ein wenig von der "sprachlichen Subversion" spüren, die Kouroumas durch seine persönliche, mit Elementen aus seiner Muttersprache Malinke durchsetzten Variante des Französischen erreicht. Die kreative Sprache nämlich sieht der Rezensent neben der Fülle an kulturellen und historischen Verweisen sowie der "scharfzüngigen Kritik an den postkolonialen Eliten" als Ursache von Kouroumas Erfolg. Die Erzählung selbst, die von einem mit der Willkür des Regimes ringenden letzten Abkömmlings eines afrikanischen Herrschergeschlechts handelt, hält Hug für einen der ersten Romane, die sich mit den postkolonialen Verhältnissen auf dem afrikanischen Kontinent befassen. Und das in elf "außerordentlich kunstvoll komponierten Kapiteln".
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