Aus dem Französischen von Gio Waeckerlin-Induni. Am Ufer des Flusses arbeiten Tag für Tag zehn Steineklopferinnen. Unter der sengenden afrikanischen Sonne zerschlagen die Frauen große Felsblöcke zu kleinen Schottersteinen, die sie säckeweise an Händler verkaufen. Gemeinsam ist den Steineklopferinnen, dass sie von einer persönlichen Katastrophe aus der Bahn geworfen wurden und ohne ihr Einkommen nicht überleben können. Als die Frauen erfahren, dass durch den Bau eines neuen Flughafens die Nachfrage nach Schottersteinen gestiegen ist und die Zwischenhändler längst höhere Gewinne erzielen, sehen sie ihre Chance: Sie beschließen ihre Preise zu verdoppeln.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.11.2011
Geradezu verblüfft ist Almut Seiler-Dietrich, dass sich der sechste Roman Emmanuel Dongalas, in dem er sämtliche Elendsklischees Afrikas aufs Tapet bringt, weder anstrengend noch quälend liest. Der in den USA lebende Autor, der für diesen Roman den Virilo-Preis bekommen hat, lässt darin in Du-Form Mereana von ihrem Leben als Steineklopferin erzählen, die sich damit ein Informatikstudium finanzieren will, sich mit den Mächtigen anlegt und auf "weibliche Solidarität" setzt, erfahren wir. Dongala gelingt es sogar, Themen unterzubringen, die mit dem unmittelbaren Geschehen gar nichts zu tun haben, und erreicht das mit einer derartig flüssigen Schreibweise, dass die Rezensentin ganz in den Bann geschlagen ist. Mit Mereana habe er zugleich eine Heldin geschaffen, die ausgesprochen einnehmend sei, und er beweise zudem ein feines Ohr für den weiblichen "Umgangston", bescheinigt ihm Seiler-Dietrich noch beeindruckt.
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