Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Christoph Albrecht zeigt sich angetan von diesem Versuch, die "Verschriftlichung" der europäischen Kultur im 18. Jahrhundert darzustellen. Mit der immer weiter gehenden Alphabetisierung setze eine Kultur ein, die sich etwa in den Briefromanen Goethes oder Rousseaus repräsentiere: das Zeitalter der Empfindsamkeit und Romantik, die gerade das "kalte Medium" der Schrift aufheize. Vor diesem Zeitalter habe noch eine Physiologie der Körpersäfte, Miasmen und Ausdünstungen vorgeherrscht, nun werde der Körper durch neue hygienische Praktiken gewissermaßen ausgetrocknet, während es die Seele ist, die sich in Herzensergießungen verflüssige. Koschorke knüpfe in seiner Darstellung eher an Niklas Luhmann als an Jacques Derrida an. Albrecht lobt die Ausgrabungen literarischer Quellen und die vielen interessanten Zitate bei Koschorke, findet aber, dass "die
Geschichte der Physiologischen Theorien ... aus dem Blick" gerät. Den historischen Zusammenhang der Industrialisierung und des sich ausweitenden Buchmarkts, in den Koschorke seine Geschichte stellt, findet Albrecht "ziemlich global". Besonders bemängelt der Rezensent das Fehlen eines Registers.
Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…