Das Leiden an der Unvollkommenheit in ihren vielfältigen Formen, das in einer kaum überschaubaren Fülle von Mythen und Bildern weltweiten Ausdruck findet, provoziert ebenso vielfältige kulturelle Visionen und Konstruktionen von Vollkommenheit. Aus dem Bewusstsein seiner Unvollkommenheit heraus sehnt sich der Mensch seit jeher nach Vollkommenheit und entwickelt eine Reihe kultureller "Anthropotechniken", die ihn diesem Ziel näher bringen sollen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.10.2010
Neugierig hat Alf Christophersen den zehnten Band der von Aleida und Jan Assmann herausgegebenen Reihe "Archäologie der literarischen Kommunikation" zur Hand genommen, der der "Vollkommenheit" und der Suche des Menschen nach ihr gewidmet ist. Aufmerksam geht der Rezensent die einzeln Beiträge des Bandes durch. Von der Interpretation einer Erzählung Nathaniel Hawthornes bis zur Genmanipulation und ihren Vollkommenheitsfantasien folgt Christophersen mit Interesse den Beiträgen, wobei er sich als evangelischer Theologieprofessor besonders von der Verbindung der Vollkommenheit mit der "Gottesfrage" gefesselt sieht.
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