Jan Assmann (Hg.), Martin Bommas (Hg.)

Ägyptische Mysterien

Cover: Ägyptische Mysterien
Wilhelm Fink Verlag, München 2002
ISBN 9783770536504
Kartoniert, 151 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Seit dem Altertum, als die Griechen der ägyptischen Kultur begegneten und fasziniert darüber schrieben, beschäftigt die Idee der "ägyptischen Mysterien", wie sie etwa die Zauberflöte auf die Bühne bringt, die Phantasie des Abendlands. Man vermutete in diesen Riten Geheimlehren, die auf urälteste Weisheiten und Offenbarungen zurückgehen. Erst neuerdings hat sich nun auch die ägyptologische Forschung ernsthaft mit der Frage auseinander- gesetzt, ob die Ägyptischen Mysterien auf eine tatsächliche altägyptischen Tradition gründen, ober ob sie vielmehr das Produkt einer hellenistischen Projektion darstellen, die Einzelaspekte der ägyptischen Religion mit griechischen Mysterienvorstellungen verband, die erst mit der Eroberung Ägyptens durch Alexander den Großen ihren Siegeszug in der hellenistischen Welt antraten. Dieser Band unternimmt es, die Ursprünge dieser Reflexion aufzudecken.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.03.2003

Von Mozart bis zu den Freunden der modernen Esoterik sind "altägyptische Mysterien" Quell und Anlass für wildeste "Spekulationen" und Fantasien. Zwar nicht für die Wildheit, aber seine Radikalität lobt Stefan Rebenich den nun erschienen Band mit gesammelten "altertumswissenschaftlichen Analysen". Die zentrale Frage, ob es im "alten Ägypten überhaupt Mysterien" gab, befindet Rebenich quellenkritisch aus "philologischer, historischer und religionsgeschichtlicher Perspektive" untersucht. Die "Interdisziplinarität" der Beiträge begrüßt Rebenich, da sie in einer besonders innovativen Fragestellung münden. Zum Beispiel die These, "ägyptische Mysterien" seien "eine Erfindung der Griechen", besticht Rebenich in ihrer Radikalität. Zu Wünschen übrig lassen laut Rebenich hingegen die oft unzureichende und "fragliche" Quellenlage und der dadurch meist "hypothetische" Charakter der Beiträge.

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