Joshua ist ein Kind der frühen siebziger Jahre. Bereits im Alter von siebzehn hat er ein Leben hinter sich, das, milde ausgedrückt, weit abseits bürgerlicher Standards verlaufen ist. Seine Mutter hat eine Alternativkarriere erster Güte eingeschlagen: vom Hippie-Groupie zur radikalen Lesbe, vom Goa-Dropout zur fernsehsüchtigen Pazifistin. Sein Vater oder der, den er lange dafür hielt hat sich längst eine heimliche Zweitfamilie samt Aktienpaket zugelegt. Obendrein behauptet der LSD-Lieferant seiner Mutter plötzlich, sowieso sein Erzeuger zu sein. In dieser Situation hilft es nicht gerade, dass Joshuas Mutter in ihrer ideologischen Verwirrtheit beschließt, sich aus Solidarität zu den ehemaligen RAF-Häftlingen für den Rest ihres Lebens in Isolationshaft zu begeben und zwar im Gästeklo. Als ihm dann auch noch seine erste Freundin gesteht, nichts von sexueller Treue zu halten, beginnt Joshua, das Geschlechterverhältnis neu zu sortieren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.05.2009
An Alexa Hennig von Langes neuem Roman "Peace" lässt Jutta Person kein einziges gutes Haar. Mit wenig Vorfreude ordnet die Rezensentin das Werk in die blühende Gattung der Altachtundsechziger-Abrechnungsbücher ein, die parodistisch die Opferrolle der Kinder aufs Korn nimmt. In "Peace" ist es der 17-jährige Joshua, der die Wunden, die ihm die Drogen-, Sex- und Politexzesse seiner Eltern geschlagen haben, vorweist, ehe er eine erzkonservative Freundin findet, wie Person wissen lässt. Sie zeigt sich reichlich genervt von den Klischees und Kalauern und hat zu ihrem Ungemach auch noch eine gewisse Larmoyanz in Joshuas Geschichte entdeckt. Da dem Roman lediglich die Sprache zu Gebote steht, die er eigentlich persiflieren will, und die "Hippie-Witzchen" in den Augen der Rezensentin keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor locken, hat dieses Buch für sie keinerlei Reiz und wird schlichtweg als einfallslos abgekanzelt.
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