Der furiose Abschluss von Tismas fünfbändigem Romanzyklus: Eine dramatische Liebesgeschichte im Novi Sad der sechziger Jahre. Sergije Rudic ist ein Ruheloser, der keinen rechten Platz im Leben findet. Während des Krieges war er im Widerstand, saß im Gefängnis, seine Geliebte wurde erschossen. Die Erfahrung, dass Treue und Verrat eng zusammengehören, bestimmt sein Leben auch nach dem Krieg. Er bekommt einen Posten als Botschaftsangestellter in Warschau, wird Opfer einer Liebesintrige und begeht im Affekt einen Mord. Aus politischem Kalkül wird die Tat vertuscht und Sergije zurück nach Novi Sad geschickt. Dort begegnet er Inge, die seine große Liebe wird - eine Deutsche, die in Novi Sad aufgewachsen ist, die Enkelin eines deutschen Juden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.1999
Lothar Müller widmet dem Roman eine ausführliche Besprechung, die er mit dem Rang des Autors rechtfertigt: "Aleksandar Tisma hat Novi Sad in die Weltkarte der Literatur in diesem Jahrhundert eingezeichnet." Der Roman schildere, wie sich die historischen Traumata des Zweiten Weltkriegs bei den Protagonisten bis in ihre Sexualität fortsetzen. Wie stets sei die Gegenwart bei Tisma ein unsicheres Gelände und "kaum je imstande der andrängenden Vergangenheit und der unberechenbaren Zukunft ein Terrain ... abzuringen." Die Sexualität wird zum Beispiel für diese unmögliche Gegenwart, wenn sich in die "sexuelle Idylle" Bilder früherer Vergewaltigungen einschleichen. Darum sei Tismas Roman auch nicht als historischer Roman im klassischen Sinne zu verstehen, sondern er gehöre in die Tradition des Desilllusionsromans.
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