1943, in den Trümmern Kölns: Der 17-jährige Paul ist in den Augen der Nationalsozialisten Halbjude. Als er in ein Lager gebracht werden soll, taucht er in der zerbombten Stadt unter. Auf seiner Flucht lernt er Franzi, deren Bruder und einige andere Jungen kennen, die mit der HJ nichts zu tun haben wollen. Sie treffen sich am alten Bunker, rauchen und erzählen sich Naziwitze. Manchmal verteilen sie auch Flugblätter oder planen Sabotageakte. Als einer von ihnen bei einem Überfall erschossen wird, nimmt ihr Leben eine dramatische Wende: Sie geraten ins Visier der Gestapo. Ein spannendes Jugendbuch über den Widerstand im Nationalsozialismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2012
Elisabeths Zöllers neuen Jugendroman "Wir tanzen nicht nach Führers Pfeife" möchte Rezensentin Maria Frise auch älteren Lesern dringend ans Herz legen. Gebannt liest die Kritikerin hier die noch viel zu wenig bekannte Geschichte der jugendlichen Widerstandsgruppe der Edelweißpiraten, die sich in den letzten Kriegsjahren zusammenschlossen, um nicht nur durch Flugblätter mit Antikriegsparolen und dem Abhören feindlicher Sender dem NS-Terror Widerstand zu leisten, sondern auch Juden und Deserteure zu verstecken und mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Der Autorin gelinge es meisterhaft, aus authentischen Dokumenten, wie etwa der Autobiografie des im April verstorbenen Edelweißpiraten Fritz Theilen, einen spannenden Thriller zu machen, lobt die Rezensentin, die hier in dramatischen Szenen auch erfährt, wie brutal Gestapo und SS gegen die Edelweißpiraten vorgingen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2012
Elisabeth Zöllers "Tatsachen-Thriller" fand Ralf Husemann ziemlich packend. Die Autorin zeigt darin am Beispiel der "Edelweißpiraten" aus Köln und offensichtlich durch Nico von Glasows Film von 2001, "Edelweißpiraten" inspiriert, dass nicht alle Jugendlichen der Nazi-Zeit Mitläufer waren, sondern dass es auch Unangepasste gab, die sich der Gleichschaltung entzogen und Widerstand leisteten. Husemann lobt den Informationsgehalt des Romans und findet, dass der Autorin ein Buch gelungen ist, dass auch Jugendliche von heute nicht "abschreckt", trotz der Schilderung schrecklicher Gestapo-Verhöre und der Hinrichtung von fünf Jugendlichen 1944.
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