Mitarbeit: Ulla Mothes. "David Bowie spielt hier nicht, Anton." - "Doch, irgendwann schon."
Düsterbusch ist kein Ort für Helden. Nicht Preußen, nicht Sachsen, ein Kaff am Rande des Spreewalds. Anton wohnt hinter dem Mähdrescherfriedhof und träumt vom großen Leben. Bis er eine glänzende Idee hat: Sein Dorf soll Metropole werden, mit U-Bahn-Anschluss und Leuchtreklamen. Mit einer Handvoll Freunden macht er sich daran, mitten in der DDR einen Szene-Club nach Londoner Vorbild aufzuziehen. Alexander Kühne erzählt die Geschichte von einem, der bleibt und kämpft - aber nicht politisch, sondern mit den Waffen der Popkultur. Er erzählt von den großen Träumen im Kleinen und vom Scheitern einer Utopie.
Möglicherweise ist die ostdeutsche Geschichte mit Alexander Kühnes fiktionalisierten Memoiren endgültig auserzählt, meint Rezensent Michael Pilz. Nach den Wenderomanen von Thomas Brussig und Lutz Seiler, Ingo Schulze und Clemens Meyer, Uwe Tellkamp und Peter Richter erzähle Kühne nun vom brandenburgischen Dorf Lugau. Hier lockte der Autor in den 80er-Jahren mit einem neu gegründeten Jugendclub die unterschiedlichsten Subkulturen aus den ostdeutschen Städten an und wurde so zum Vater einer "wöchentlichen Wallfahrt durch ein untergehendes Land", schreibt Pilz. Zwar heiße Lugau im Buch Düsterbusch und Kühne Kummer, doch für den Rezensenten handelt es sich eindeutig um einen Schlüsselroman. Die Klientel, die sich in der Disco versammelt, sei derart bunt gemischt und gerade dadurch repräsentativ, dass er zum Urteil gelangt: "Die DDR ist Düsterbusch."
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