In der vorliegenden ergänzten und aktualisierten Fassung untersucht Alfred de Zayas vor allem die Rolle der Westalliierten. Dabei widerlegt er die sowjetisch-polnisch-tschechische These, wonach die Umsiedlung in Übereinstimmung mit Artikel XIII des Potsdamer Protokolls erfolgte und skizziert die anglo-amerikanischen Vorstellungen von einer "geregelten und humanen" Umsiedlung. Er kritisiert Churchills Leichtfertigkeit in Teheran und Moskau sowie den Dilettantismus Roosevelts, zeigt aber auch den Lernprozess Churchills bis und nach Potsdam sowie die Anstrengungen der USA, die Vertreibung zu beschränken. Darüber hinaus behandelt de Zayas die Aufnahme und Integration der Vertriebenen in der Bundesrepublik sowie die Charta der Heimatvertriebenen und die völkerrechtliche Normierung des Rechts auf die Heimat durch die Vereinten Nationen und den Europarat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.02.2006
Zustimmend nimmt Patrick Sutter Alfred de Zayas historische Bemerkungen bezüglich der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg auf. Der Amerikaner, lange in UNO-Menschenrechtsgremien tätig, ist sowohl als Jurist als auch als Historiker promoviert. Die Exilierung von 15 Millionen Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg stellten seiner Ansicht nach Präzedenzfälle dar für "spätere Vertreibungen in Palästina, Zypern, Bosnien oder Kosovo". Schon vor dem Krieg hat es, wie de Zaya in "minuziöser Quellenarbeit" nachweist, in Polen und der Tschecheslowakei die Absicht gegeben, die dort ansässigen Deutschen zu vertreiben. Mit einer Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen, das macht Sutter klar, habe solch eine historische Klarstellung nicht das Geringste zu tun. Vielmehr begrüßt er die Arbeit de Zayas als mitverantwortlich dafür, dass das Recht auf Heimat in den vergangenen Jahren zunehmend als "fundamentales Menschenrecht" verstanden wird.
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