Aus dem Arabischen von Regina Karachouli. In ihrem Roman schildert Alia Mamduch die Begegnung von vier Exil-Irakern in England: Mussaab, reich, mächtig und polygam, trifft mit seiner vierten Ehefrau, Widad, jung, hübsch und unterwürfig, in London ein, wo sie von Mussaabs zweiter Frau Huda und ihrem gemeinsamen Sohn Masin, der in England studiert und schon ein halber Europäer geworden ist, erwartet werden. In einer Art Huis-clos-Situation verbringt das Quartett in Masins Haus in Cardiff einige Wochen, die immer wieder von den Ereignissen des zweiten Golfkriegs überschattet werden. Die Situation ist explosiv, ist doch die Leidenschaft zwischen Huda und Mussaab aller Kämpfe zum Trotz nie ganz erloschen. Die selbstbewusste und noch immer rebellische Huda hat Mussaab einst seiner zahllosen Affären wegen verlassen und führt längst ein eigenständiges Leben. In den Reflexionen, Erinnerungen und Begegnungen der vier Personen spiegeln sich nicht nur intime Befindlichkeiten, sondern auch mehrere Jahrzehnte irakischer Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 23.09.2004
In einer sehr knappen Kritik stellt Imke Ahlf-Wien den Roman der irakischen Autorin Alia Mamduch vor. Er geht um eine irakische Familie im englischen Exil, die in vier inneren Monologen ihr Verhältnis untereinander beleuchten, beschreibt die Rezensentin. Dabei fällt ihr auf, dass insbesondere die Monologe der Frauen, die vor allem um "das Objekt der Begierde", den Mann, kreisen, von einer "Körperlichkeit und Sinnlichkeit" erfüllt sind, die als durchaus typisch für die zeitgenössische irakische Literatur gelten könne. Neben den Beziehungen der Familienmitglieder stellt der Roman aber auch ein Stück "irakischer Zeitgeschichte" dar, bemerkt die Rezensentin eingenommen.
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