Aus dem amerikanischen von Thomas Pletzinger und Tobias Schnettler. Mit ihrer unverwechselbaren Kunst, Bilder und Worte gegeneinander zu setzen, pflügt Alison Bechdel das oft beackerte Terrain der Mutter-Tochter-Beziehung um und ermöglicht einen frischen Blick auf die erste Beziehung unseres Lebens. Sie bewegt sich dabei ebenso elegant auf den Spuren Virginia Woolfs wie in den Schriften des Psychoanlytikers Donald Winnicott, den sie gern als Mutter gehabt hätte. Kaum verwunderlich bei einer Mutter, die im echten Leben urplötzlich aufhört, die Tochter zu küssen, und immer auf Abstand bleibt. Fast jede Tochter hat ungeklärte Konflikte mit der eigenen Mutter, aber wenige sind dabei so ehrlich wie Alison Bechdel.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2014
Das Rechtwinklinge in der Form könnte täuschen. Patrick Bahners jedenfalls erkennt die enorme Ambition in dieser verzeichneten Einführung in die Psychoanalyse anhand einer Familiengeschichte von Alison Bechdel. Den Begriff der Graphic Novel möchte Bahners lieber nicht verwenden, eher scheint ihm der des didaktischen Comics zu passen. Das zweite Memoirenbuch dieser Art aus Bechdels Hand besticht laut Bahners durch absolute Treue zu seiner Quelle, den Tagebüchern von Mutter und Tochter, und einen Blick, der auch dem Trivialsten Bedeutung im psychoanalytischen Komplex zugesteht.
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