Herausgegeben von Klaus Katz, Dietrich Leder, Ulrike Ries-Augustin, Günther Schulz, Ulrich Pätzold, Petra Witting-Nöthen. 3 Bände im Schuber. Die Dokumentation schildert die Anfänge im Jahre 1924 und die Blütezeit des WDR in der Weimarer Republik. Zum ersten Mal wird der Kölner Rundfunk für den Zeitraum zwischen 1933 und 1945, in dem sich die Nazis des Senders bemächtigt hatten, um ihn in den Dienst Hitlers zu stellen, systematisch durchleuchtet. Spannend die Schilderung der Nachkriegsepoche, wie der NWDR unter Leitung der britischen Alliierten gegründet wurde und sich der Rundfunk im Westen von seiner 'großen Schwester' im Norden 1956 emanzipierte. Am 1. Oktober gründete sich der heutige WDR - der Anlass für diese dreibändige Rundfunkgeschichte. Während sich Band 1 mit den Vorläufern befasst, beginnt Band 2 mit dem Gründungsjahr des WDR und veranschaulicht die Zeit der Entstehung des Fernsehens, die Konflikte der 68er Jahre und die Entfaltung der Radio- und Fernsehprogramme bis 1984. Band 3 illustriert die letzten zwanzig Jahre, in denen der WDR lernte, mit kommerzieller Konkurrenz fertig zu werden und sich am Markt zu behaupten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2006
Wirklich gelungen findet Julia Bähr nur den ersten Teil dieser dreibändigen Chronik "Am Puls der Zeit", die zum 50. Jubiläum des WDR erscheint. Hier wird nämlich die Geschichte des öffentlich-rechtlichen Senders dargelegt, die auch Bestandteil der deutschen Geschichte ist. Dabei werde auch die nationalsozialistische Zeit, in der das Kulturleben von den Nazis gleichgeschaltet wurde und der damalige Leiter der Rundfunkanstalt den Hitlergruß einführte, nicht ausgespart. Den zweiten Band, der alle Sendungen des WDR aufführt, findet die Rezensentin nicht so gelungen, weil hier ein wilder Mix aus erfolgreichen und weniger bekannten Programmen entstehe. Auch der dritte Teil, der den Alltag hinter den Kulissen der Rundfunkanstalt schildert, sei für den "Normalleser" eher weniger interessant, bedauert Bahr. Positiv ist ihr jedoch aufgefallen, dass die Macher des Werks auf eine übertriebene "öffentlich-rechtliche Ernsthaftigkeit" verzichtet hätten, so dass das Lesen, zumindest des ersten Teils, sehr viel Freude bereite.
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