Am 29. Oktober 1923 begann in Deutschland das Zeitalter der "neuen Medien" mit der ersten Sendung des "Unterhaltungsrundfunks" aus Berlin. Seither hat das Radio nicht nur eine über achtzigjährige, höchst wechselvolle Geschichte erlebt, sondern selber Geschichte mit gemacht. Diese Kulturgeschichte des Radios erzählt, wie hier der Rundfunk entstand, wie er in der Zeit der Republik von Weimar zu glanzvollem aber auch umstrittenem Ansehen gelangte; wie er im Dritten Reich zum ideologischen Sprachrohr wurde und sich nach 1945 im Westen als Garant demokratischen Geistes, im Osten jedoch als Teil des totalitären Regimes erwies. Sie zeigt, wie das Radio in seinen Programmen die kulturellen Entwicklungen in der Gesellschaft nicht nur gespiegelt, sondern in Wechselbeziehung auch direkt mit gestaltet hat, und wie seine Funktionen sich unter den jeweiligen politischen, wirtschaftlich-technischen und kulturellen Bedingungen seiner Existenz fortwährend gewandelt und neu definiert haben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.05.2005
Mit ihrem neuen Buch zur Geschichte des Rundfunks haben Hans Jürgen Koch und Hermann Glaser "durchaus eine Lücke gefüllt", meint Rezensent Hanspeter Krüger. Schließlich fehle in anderen Abhandlungen beispielsweise meist die genaue Betrachtung des Rundfunks in der Weimarer Republik. Koch und Glaser dagegen "entfalten" die Geschichte des Mediums in einem "großformatigen Überblick", der "materialreich" und mitunter "mit Bravour" gestaltet ist. Zwei Aspekte jedoch kritisiert der Rezensent an diesem Buch: Zum einen das "Dilemma", dass jede geschriebene Rundfunkgeschichte auf die Stimmen - die "Basis" des Radios - verzichten muss. Zum Anderen scheint dem Kritiker die Abhandlung mitunter etwas "kleinteilig". Der Hang zur "Vollständigkeit" geht in seinen Augen mitunter auf Kosten der dramaturgischen "Balance".
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